Am Meer

Strandgut / Strand gut

Das Meer – unendliche Weiten. Die Brandung. Der Wind in den Haaren. Endlich am Mittelmeer. Vor 30.000 Jahren hätte ich hier gestanden und mich gefragt, was wohl hinter dem Horizont ist. Vertrieben von fremden Menschen oder auf dem Rückzug von den Folgen eines Klimawandels? Hätte mich die Not dazu getrieben, ein Holzfloß zu bauen? Hätte ich die Fähigkeit dazu gehabt? Wäre ich ins Unbekannte aufgebrochen? Oder hätte mich die reine Neugier und Abenteuerlust auf’s Wasser hinaus gezogen? Heute, im Infozeitalter, weiß ich, auf der anderen Seite liegt ein Kontinent. Am Ufer stehen Menschen, die wissen, drüben ist ein Kontinent, auf dem sie ihr Leben bewahren können. Und der eine oder andere bricht auch aus Entdeckergeist auf.

Der ganze Tag war regnerisch. Kühl ist es auf dem Campingplatz in der Nähe von Almeria. Die Wolken hängen tief und gehen an den Berghängen in Nebel über. Die Talebene ist übersäht mit riesigen Gewächshäusern, unter deren Schutz die Tomaten für kältere Länder gedeihen. Der Strand besteht aus Streifen dunklen Sands und rundgeschliffener Kieselsteine.

Meine Finger werden steif. Ich kann nicht mehr flüssig tippen, treffe die falschen Buchstaben. Zeit zurück ins warme Mobil zu gehen.

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2 Antworten zu Am Meer

  1. Bernd Frank sagt:

    Hallo,
    inzwischen habt ihr beiden ja wohl „Zuwachs“ bekommen. Ich wünsche euch Dreien (Trio Infernale?) eine schöne und erholsame Zeit!
    Beste Grüße aus dem noch immer
    kühlen Berlin, Bernie

  2. Bernd Frank sagt:

    „Hinter dem Horizont geht’s weiter“, das wusste sogar schon Udo Lindenberg, der ja wahrscheinlich nicht gerade der Hellste unter der Sonne ist. Aber gut, vor 30.000 Jahren, schwierig, da gab’s ja noch nicht mal Privatfernsehen. Der Mensch ging jedenfalls schon aufrecht; möglicherweise sogar aufrechter als heute, wo viele beim Gehen so viel auf ihr Smartphone schauen (Stichwort Handynacken).
    Mal was anderes: Spanien – Sehnsuchtsort meiner Träume. Das Land, wo die Zitronen blühn. Wo Poseidon dem Meer entstieg und… na, ihr wisst schon. Habt ihr schon ein paar Spanier gesehen – ich mein‘, von Nahem jetzt? Vielleicht einen campesino, oder einen caballero? Sind die wirklich so stolz – und so feurig, wie man erzählt? Und die glutäugigen Senoritas? (Oder hieß das gutgläubig?) Ich kannte mal eine Griechin, die konnte… na, das gehört jetzt nicht hierhin. Ich wollte damit nur sagen, jeder Mensch ist anders. Und das gilt auch für die Spanier. Was meint ihr? Ach du liebe Zeit, ich hab‘ ja noch die Pfanne auf dem Herd. Das Spiegelei ist jetzt bestimmt angebrannt. Muss hier Schluss machen.
    Wünsche euch ein angenehmes Frühstück (falls es noch bevorsteht) und einen wunderschönen Tag, 🙂
    Bernie
    Und bitte: Macht da unten nicht so viel Dreck. Bleibt sauber!

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