Durch das Land der Skipetaren …

Sonniges Plätzchen mit Aussicht

Auch wenn dies wohl irgendwo weiter südlich liegt und Kara Ben Nemsi und sein Diener und Freund Hadschi Halef Omar nicht gerade persönlich anwesend sind, haben wir, was das Abenteuer anbelangt, Ähnliches erlebt.
Direktemang von der Wüste Gobi (Camp Thia) ins wilde Land, über Stock und Stein, also Serpentinen, Steigungen und Gefälle. Nach langer, langer Fahrt – endlich am Ziel: Camping Plantaza in Starigard-Paklenica.
Freundlicher Empfang von einer natürlich mehrsprachigen jungen Frau: „Der Chef, also der Alte, zeigt Ihnen den Platz und die Stellmöglichkeiten.“ Der Chef, also der Alte, zieht mit uns los. „Nee, dieser Platz ist zu schattig, nee, hier stört ein Kamin – oh, dieser ist schön.“ Direkt am Wasser! Ich drehe mich um, schließlich will frau ja wissen, wie die Nachbarn so sind. Langes Gesicht von hinten, springt auf wie ein HB-Männchen zu seinen besten Zeiten. „Nein, dass ist nicht Ihr Ernst, hier kann keiner mehr vorstehen. Dann auch noch so ein hohes Ding. Nein, nein und nochmal nein. Dann reisen wir morgen sofort ab!“ Nun kommt noch das andere Gesicht dazu, Rumpelstilzchens Schwester ist nix dagegen. Kriegt Schnappatmung und ist ganz außer sich.
Na gut, verstehen kann ich die beiden auch, der Campingplatz ist so voll gestellt. Ich frage mich, wie manche Gefährte wieder raus kommen sollen. Wahrscheinlich nur mit einem gemeinsamen Tänzchen, dirigiert vielleicht von Karajan?
Nun weiter im Text. Freundliche Holländer fahren ihren PKW weg und wir stellen uns auf ein kleines Plätzchen, sogar auch mit direktem Meerblick. Der Abend wird lauschig, ein Himmel fast wie Kreta. Vor uns nur noch ein kleineres Wohnmobil, ähnlich wie Fritze. Frau W. fängt mal gleich einen Plausch an und erfährt: „Wir müssen leider morgen nach Hause fahren“, „oh wie schade“, denke ich (alternative Fakten). Eine leise Hoffnung kommt auf, dass dies dann unser Plätzchen sein könnte.
Wie gut, dass ich nochmals zur Rezeption musste. Der Chef, der Alte, hatte wohl einen Narren an mir gefressen und das Theater um den Stellplatz bei HB-Männchen und Rumpelstilz tat wahrscheinlich sein Übriges. Jedenfalls streichelt er mir die Wange und meint: „Morgen früh bekommen Sie einen schöneren Platz“, ich gleich: „Ja, die Leute vor uns fahren ab, da würde Fritze auch hin passen“. Der Chef, der Alte, lächelt gütig die „Kleine“ an und verspricht mir in die Hand: „Das ist morgen Ihr Platz“. „Na ja, hat er morgen bestimmt vergessen“, denke ich und gehe irgendwann zu Bett.

Nächster Morgen. Kurz nach dem Aufstehen, surprise, surprise, wer steht grinsend vor mir? – Der Chef, der Alte. Höchstpersönlich weist er Fritze den Platz zu und nun: der ultimative, direkt in der ersten Reihe, mit unverbaubarem Meerblick gelegene Stellplatz. Ich glaube, sowas hat Fritze auch noch nicht gesehen! Dann bleiben wir doch ein paar Tage länger …

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4 Antworten zu Durch das Land der Skipetaren …

  1. Schön sagt:

    Venceremos Kara Ben Nimm Sie! Die Stellfläche mit dem Blick ins Paradies. Aber der Deutsche hat sich ja, seit Hadschi & Kara durchs Land der Skipedaren zogen, gebessert. So sehr, dass selbst der Holländer schwach wird. Man kann sich nur wünschen, daso ihr die gute Nachbarschaft weiter pflegt: gemeinsames Wandern, Grillen, Trinken, Singen …
    Liebste Grüße, Werner

    • Beate sagt:

      Hi, alter Kommunarde, was sich gebessert hat, ist vielleicht frei nach Bertolt Brecht: die Gesetze, die uns knechten, werden nicht beachtet, weil wir nicht mehr Knecht sein wollen…So können wir und Hadschi frei, vor allem vorurteilsfrei (jedensfalls häufiger) mit aller Couleur Menschen alles unternehmen was Spaß macht oder auch nicht. Ob wir siegen, bleibt noch abzuwarten. Grüsslis

  2. Rolf sagt:

    Liebe Beate, schön, dass wir auch mal was von dir zu lesen kriegen!
    Wenn Karl May noch lebte, er hätte deinen Bericht beinahe Wort für Wort übernehmen können für seinen Band “ Von der wüsten Gabi zu den Rumpelstilzchen“. Nebenbei: Spricht Rumpelstilzchen deutsch? Und das HB-Männchen? Und dagegen die freundlichen Holländer! Ich pflege gerade meine Vorurteile, macht immer wieder Spaß!
    Noch eins: wie redet man den alten Chef denn korrekt auf Kroatisch an, Starichefe?

    • Beate sagt:

      Lieber Rolf, stari sef ist super, freut sich immer noch uns zu sehen und fragt beflissen, ob der Stellplatz noch recht sei, einen Gönner fürs Leben gefunden. Die wüste Gabi mutiert vielleicht zum Rumpelstilzchen und regt sich dabei so auf,dass die Sprache unverständlich wird, aber ein gutes Gehör vermutet tatsächlich deutsches Sprachgut , also auch hier stimme ich völlig vorurteilsfrei deinen Vorurteilen zu.

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