Ein Schwabe und ein Westfale in l’Estartit

l’Estartit

Auf der vorgelagerten Insel blitzt das Leuchtfeuer eines Leuchtturms. Ein beleuchtetes Boot zieht langsam am Ufer vorbei. Im orangefarbenen Licht der Laternen kurven Fledermäuse ihre gewagten Routen. Die Luft ist vom würzigen Geruch der frisch geplatzten Kiefernzapfen erfüllt und die Nacht legt ihr verbergendes schwarzes Tuch über das Land: am Mittelmeer. (Louis: Ich stehe hier am Mittelmeer und habe keine Mittel mehr, schicke ihmr mir Mittel her, dann stürz‘ ich mich ins Mittelmeer.)

La Sirene – einer er von vielen Campingplätzen in l’Estartit und unser Domizil für zwei Nächte – ist nicht schön, kaum belegt und liegt ein paar Schritte vom Wasser. Einer wie wohl viele, die die an der Costa Brava Sonne und Meer suchenden Menschen jeden Sommer aufnehmen. Gedacht und gemacht für Familien. Das alte Städtchen am Hang sieht aus der Ferne nett aus, der dahinter liegende Felsen herausfordernd. Vorfreude auf morgen.

Werners Finger nach der schwierigen Zubereitung eines Spiegeleis (Anmerkung des Lektors: War aber lecker!)

Endlich sieht Louis es ein. „Ich bin ein ganz schlimmer Finger“, sagt er. Über sich. Er hat mir eben grundlos (Anmerkung des Lektors: versehentlich und nur ganz leicht) die Tür des Unterschranks vor’s Schienbein gehauen. Gestern abend musste ich in die Innereien des Jungen Fritz hinabsteigen (Anmerkung des Lektors: Werner musste eine kleine Klappe öffnen!) um das Wasser zum Fließen zu bringen. Und das nur um dem ständigen Gejammer zu entgehen (Anmerkung des Lektors: anders kommt er ja nicht in die Hufe.). Von meinem „Schwäbisch so Sein“ (Anmerkung des Lektors: Was ist das denn für ein Deutsch?) nimmt er sich nur das handwerkliche Geschick heraus. Die weltweit vielgelobte Sparsamkeit verachtet er geradezu (Anmerkung des Lektors: In einigen Punkten würden die Schotten ihn wegen Geiz des Landes verweisen.). Sag ich zu ihm: „Zuerst werden die drei alten angebrochenen Gläser mit löslichem Kaffee aufgebraucht, bis wir den guten Filterkaffee aufmachen“. Antwortet er mit einem überaus überheblichen Gesichtsausdruck: „Wir wollen jetzt nicht zu schwäbisch werden, nicht wahr“ (Anmerkung des Lektors: Ich sage nie „nicht wahr“. Das mag ich einfach nicht. Ich sage höchstens „Nä?“). Ich könnte heulen. Aber die Sonne scheint, das Meer liegt vor der Tür und wenigstens die Spanier sind freundliche Menschen. (Jetzt geht der Text zur Korrektur in Louis Schreibstube. Mal sehen, was durchkommt.) (Keine Anmerkung des Lektors.)

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2 Antworten zu Ein Schwabe und ein Westfale in l’Estartit

  1. Rolf Yadig sagt:

    Kaum sind die alten Fragen nach dem jungen Fritz und seiner Entstehung nicht beantwortet, kommen schon neue dazu:
    Warum ist das Spiegelei auf Werners Finger so lütt? Ham die Spanier keine größeren, oder fällt das auch unter schwäbische Sparsamkeit? Oder ist der Finger so angeschwollen, dass ich das Ei kaum entdecke? Wenigstens hat’s geschmeckt, zumindest dem Louis. Hat Werner sich dann auf einem anderen Finger auch eins gemacht, so ganz zum selber essen? Diesmal mit Dotter, Louis bekam ja offenbar keinen?
    Na, geht mich eigentlich nichts an. Aber wer drei Gläser Nescafe und noch Bohnenkaffee mit sich im Auto führt, kann doch kein sparsamer Mensch sein! Nichts für ungut, ihr werdet schon wissen, was ihr tut, um auch was Lobendes zu sagen! Und wie sagt der Schwabe: „Nicht gescholten ist genug gelobt…“

    • FritzKraut sagt:

      Lieber Rolf,
      tja, er spart, wo er kann. Jetzt halt auch an den Frühstückseiern. Meins war aber auch mit Dotter, nur doppelseitig gebraten. Das das nicht zu sehen ist, ist der schlechten fotografischen Dokumentation geschuldet. In Zukunft will er zur Zubereitung der Eier aber doch wieder eine Pfanne nehmen – Fett sparen hin oder her.

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