FrankREICH

Montbéliard

Egal was mensch historisch, politisch, sprachlich von den Franzosen hält, sie haben das schönere Wetter, die schöneren Plätze und Cafés, den cooleren Umgang mit Zeit, einen Gsangenehmeren Tagesrhythmus, kurzum sie haben ein höheres Niveau an Lebenskultur erreicht. Man trifft sich zu einer kurzen Pause während der Arbeitszeit auf einen Café au late oder Cappuccino, plauscht mit Kollegen isst ein Baguette, lässt sich währendessen noch die Sonne auf das kleine Wohlstandsbäuchlein scheinen und geht dann wieder erholt an den Rest des Tageswerkes. Entspannte Kultur, Laissez faire gegenüber den Anforderungen des Tages und ein natürliches Selbstbewusstsein: ich bin Franzose, ich darf es sein.

Erfreulicherweise fällt es mir überhaupt nicht schwer, mich nahtlos einzufügen. Ein Baguette auf deutsch-englisch mit französischen Einsprengseln und einem nett lächelndem pour fafour bestellen, keine Anstrengung. Der hübschen, etwas verlegenen Bedienung bei ihrem Anliegen „an diesen Tischen muss auch etwas von unserem Etablissement verzehrt werden“ helfen, eine sympathische Herausforderung. Hier muss der Mensch nicht zu Gott aufschauen, hier kann er leben wie der Selbige. Das gilt vor allem dann, wenn man morgens im Nebel und mit vereisten Scheiben losfährt und wenige Stunden später mit nacktem Oberkörper in der Sonne sitzen könnte (mach man aber hier nicht). Die Parkuhr läuft ab, mahnt Louis und weckt mich aus meiner lebensherrlichen Schwelgerei.

In Montbéliard sind wir bei immer noch strahlenden Sonnenschein auf einem kleinen und feinen kommunalen Campingplatz gelandet. Nett empfangen wurde das Wohnmobil plaziert und am Abendbrottisch der Himmel über dem schönen Talkessel bewundert.

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