Ideen haben ist nicht schwer – Model sein dagegen sehr!

Unser Campingplatz in der Festung von Charlottenlund am nördlichen Stadtrand von Kopenhagen  ist umgeben von einem Wassergraben, Wällen, Kanonen und Flak. Auf keinem anderen Campingplatz haben wir uns bislang so sicher gefühlt. Das klingt martialisch, das Gegenteil ist aber der Fall. Der Campingplatz wird von der Gemeinde bewirtschaftet und ist rund um die Uhr für alle zugänglich. Hier treffen sich die Menschen, die hier wohnen, um sich in die Sonne zu legen, im Meer zu baden oder im Restaurant mit Meerblick zu dinieren. Die alten Bunker wurden zu durchdachten und anspruchsvollen Sanitäranlagen, erstklassig ausgestatteten Küchen und reizvollen Gemeinschaftsräumen mit hoher Aufenthaltsqualität ausgebaut.

Mit dem Linienbus machen wir uns auf den Weg in die Kopenhagener City. Zu Fuß geht’s weiter vorbei an der Frederikskirche, dem Schloss Amalienborg und dem Opernhaus durch den Touristen-Hotspot Nyhavn. Die Kleine Meerjungfrau lassen wir heute mal links liegen. Sie hat ohnehin genug Gaffer und wird sich vermutlich in den vergangenen 30 Jahren nicht wesentlich verändert haben.

Nyhavn

Allmählich nähern wir uns einem ehemaligen Militärgelände auf den historischen Wall-anlagen Kopenhagens: der Freistadt Christiania – Anfang der 1970er Jahre gegründet, viele Kämpfe gefochten und noch immer quirlig.

Ich  bin nach mehr als dreißig Jahren zum zweiten Mal hier. Damals mit dem Fahrrad, heute mit dem Wohnmobil. The times they are a-changin‘.

Mariuhana-Düfte liegen nach wie vor in der Luft. Ansonsten hat sich für den Betrachter doch so einiges verändert: ein kleiner Park wechselt sich ab mit ruhigen Wohnstraßen und einem Kneipenviertel. Zu manchen Bereichen hat der Tourist keinen Zugang. Soweit sind wir in Berlin noch nicht!

Laut Wikipedia gibt’s hier mittlerweile neben vielen anderen Einrichtungen auch eine eigene Stadtreinigung. The timest they are a-changin‘.

Am Ende unserer Touri-Gaffer-Tour durch Kristiania sind wir völlig fertig und kaufen uns im örtlichen Tante-Emma-Laden jeder eine Flasche Tuborg-Pils. Ich erinnere mich an den riesigen Tuborg-Schriftzug auf dem Brauereigebäude auf dem Weg zu unserem Campingplatz. Zeitgleich kommt mir das alte Blechschild „Der durstige Mann“ in den Sinn, auf dem sich ein älterer Herr mit ansehnlicher Leibesfülle den Schweiß mit einem weißen Tuch abwischt und für Tuborg wirbt.

Während wir so in der Sonne Tuborg schlürfend unseren Gedanken nachgehen, fällt uns auf, dass wir zwar noch keine alten Männer sind, figurmäßig mit dem Herrn auf dem Schild aber schon fast mithalten können. Vielleicht sollten wir es mal mit einer zeitgemäßeren Neuauflage des Motivs versuchen? Natürlich nur für den privaten Gebrauch.

Und wen trifft es natürlich wieder, das Model zu geben? Gggrrrr!!!

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5 Antworten zu Ideen haben ist nicht schwer – Model sein dagegen sehr!

  1. Patrick sagt:

    Hey ihr Weltenbummler,

    mal wieder spannend an euren Reisen „digital“ teilzunehmen. Ich bevorzuge zwar die Teilnahme in 3D aber ich gehöre noch zur arbeitenden Bevölkerung 😉
    Wenn ihr wirklich euch an dem Tuborgmann modisch wie am Körperumfang orientieren wollt, was ich nicht empfehle, dann fehlt aber noch ein Gehstock und Zylinder! Falls diese Gentleman Accesoires gerade nicht zur Verfügung stehen könnte man auch mit der Hose anfangen diese bis zur Körpermitte zu Gürteln? 🙂 🙂 🙂

    Darauf ein Tuborg und Prost ihr lieben!

    • FritzKraut sagt:

      Aber wir kopieren doch nicht. Wir modernisieren. Das erkennt man doch schon am Papiertaschentuch! Gehstock, Zylinder und bis zur Körpermitte gegürtelte Hosen gehen ja heutzutage gar nicht mehr.
      Ihr könnt uns jederzeit gern in 3D besuchen. Wäre schön.

  2. Beate sagt:

    Na, auf jeden Fall wurde das Model vor dem shooting top gestylt. Mich deucht, das Männermodel hat einen Haarstylisten gefunden???? Spanienlike???

    • FritzKraut sagt:

      Der Figaro hat in der Tat ähnlich mit der Schere geklappert wie der in Spanien. Die Kommunikation war denkbar schlicht: „Na, wollen wir ein bisschen Luft dran lassen?“ „Ja.“ Und schon hatte ich das Ruder des Handelns aus der Hand gegeben!

  3. Bernd Frank sagt:

    Eine geschickte Aufnahme,
    von vorne statt von der Seite wie beim Werbeschild (so kommt leider die kleine Leibesfülle nicht zur Geltung). Ich hoffe, du verzeihst mir, Louis 🙂 , sieht auf jeden Fall super aus, mit dem Tuborg in der einen und dem Taschentuch in der anderen Hand. Da fällt mir auch beim Betrachten des Werbeschilds wieder ein – Bier heißt da oben ja „Öl“ – ist das richtig?
    Ich bin auch Tuborg-Fan! Schmeckt einfach! Da gab’s in einem Film mit der Olsenbande mal eine Szene, wo ein Lkw-Fahrer mit einer Lieferung „Carlsberg“-Bier in der Mittagssonne schlückchenweise eine Flasche Carlsberg “ trinkt; als ihm einer von der Olsenbande heimlich ein Tuborg auf ein Mäuerchen nebendran stellt, sieht er dieses, probiert einen Schluck, schaut für einen Moment erstaunt und glücklich drein – und trinkt dann die Flache fast in einem Zug leer. Also auch die Olsenbande-Filmemacher waren Tuborg-Fans !
    (Dazu noch ein paar Züge Marihuana – was will man mehr 🙂 ?)
    Schöne Grüße, Bernie
    (Hier ist es bisher – 13.20 h – am Vatertag auch richtig sonnig)

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