Söderköping und ein olfaktierender Bauer

Göta-Kanal am Campingplatz in Söderköping

So ist das halt im Leben. Zum ersten Mal haben wir keine Fahrräder mit auf die Reise genommen und schon werden sie ständig gebraucht. Was wir an Leihgebühren ausgeben, sparen die Luftverwirbelungen des nicht mitgeführten Fahrradträgers allerdings nicht ein.

Söderköping hat einen angenehmen alten Charme. Durch die Stadt mäandert ruhig ein kleiner Fluss vorbei an vielen kleinen beschaulichen Plätzen. Manche der alten Straße haben Kulissencharakter und wurden tatsächlich auch für eine Astrid-Lindgren-Verfilmung genutzt.

Am Kanal entlang erstreckt sich eine kleine Touristenmeile mit den üblichen Angeboten, die man auch mit dem eigenen Schiff anlaufen kann. Ein echter Hin- oder ehrlicherweise eher Weggucker ist an dieser Stelle ein Hochhaus. Wir wissen jetzt wie es zu dem Begriff „Wohnsilo“ kam.

Da schon wieder mit dem Rad unterwegs, macht sich allmählich eine Leere in unseren Mägen bemerkbar. Eine Pizzeria lockt mit günstigem Dagensrätt (Mittagstisch). Wir bestellen in Ermangelung grundlegender Sprachkenntnisse auf gut Glück die „Pizza Rhodos“. Das hätten wir besser gelassen. Sie rumort auch am nächsten Tag noch als Klumpen in unseren Mägen.

Von Soderköping aus sind wir am nächsten Tag entlang des Göta Kanals nach Mem geradelt. Ohne allerdings wirklich zu wissen, dass wir dort hinradeln. Wir sind halt einfach los. Und zwischendurch hatten wir das Gefühl, gleich am Ende der Welt anzukommen. Über weite Strecken sieht man keine menschlichen Siedlungen. Und dann: eine kleine Marina, eine Schleuse, ein Campingplatz mit genau vier Stellplätzen, ein Vandrarhem (Herberge), ein paar Häuser und ein Zugang zur Ostsee. Tagesziel erreicht. Im Vandrarhem bekommen wir kurz vor Ladenschluss um 16 Uhr (!) noch ein Bier und ein paar Kekse zur Stärkung. Nach einer ausgedehnten Pause auf der „aussichtsreichen“ Terrasse geht’s zurück.

Er hat einen Blick auf unsere Kekse geworfen.

Am nächsten Tag brechen wir auf. Der Campingplatz hält uns nicht wirklich hier und der stark olfaktierende Bauer auf der anderen Seite des Göta Kanals gibt uns den Rest. Er scheint seine Felder jeden Tag auf’s neue mit Gülle zu düngen. Echt nicht auszuhalten!

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2 Antworten zu Söderköping und ein olfaktierender Bauer

  1. Rolf Yadig sagt:

    Heute möchte ich euch sparen helfen: Ihr stöhnt ja so über die hohen Kosten für die Fahrräder. Wird euch ein Leihrad angeboten, greift sofort zu, Leihen kostet nämlich nix. Anders sieht es allerdings aus, wenn man euch ein MIETRAD andrehen will. Auf diese Weise habt ihr dann noch genügend Kronen übrig für eine ordentliche Pizza. Bin ja so neugierig: was war denn auf der Pizza Rhodos drauf? Rhododendron? Inselgriechen? Oder war sie einfach nur rot?
    Der olfaktierende Bauer (habe ich nicht im Duden gefunden, „Bauer“) war wohl Schweizer, weswegen ihr das Ganze unter „Schweiz“ veröffentlicht habt!?

    • Louis sagt:

      Hej, Rolf!
      Gut, dass Du so aufpasst. Mein Korrekturleser war wohl mal wieder nicht so richtig konzentriert bei der geografischen Zuordnung.
      Wenn wir die Pizza aufgerollt hätten, wäre sie als minderwertige Gyros-Pita durchgegangen. Jetzt weißt Du, was drauf war, oder?
      Das mit den Leih- und Mieträdern hättest Du uns aber auch mal vorher sagen können!!!

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