Samsung: Samson

Samson bei der Thai-Massage

Ich gehöre zu den Typen von Hundeherrchen, die sich durch exzessiven intellektuellen Lebenswandel das Gedächtnis ruiniert haben, wie Mick Jagger durchs Saufen und Schnupfen sein Gesicht. Das führte dazu, dass es für mich nur einen merkwürdigen (sprich: merkbaren) Tiernamen gibt: Einstein. So hieß der alte Wohnungsstraßenkater, den mir ein Freund mit einer windigen Geschichte vor langer Zeit untergeschoben hatte. Nun, wie erklärt man Hundebesitzern, dass man ihren Hund mit einem Katzennamen betitelt, ohne den peinlichen Lebenswandel zu thematisieren oder in den noch despektierlichen Ruf als Träger präseniler Demenz zu kommen? Man sucht sich einen Namen aus, der dem Rufnamen ähnelt und in den beständigeren Arealen der Gehirnmasse verankert ist. Schon gilt man als intellektuell beweglich. Zumindest in meinem Alter. Bei diesem Hundenamen hatte ich Glück. Aus Samson wurde also Samsung, weil meine Handys schon seit vielen Jahren diesen Namen tragen und mir deshalb durch ständige Wiederholungen präsent bleiben. Ich finde das clever. Samson ist auf seinen abweichenden Rufnamen stolz, habe ich ihm doch erzählt, dass Samsung die besten Geräte herstellt. Er ist aber auch über ein gelegentliches Einstein nicht verärgert. Er betrachtet die Erklärung weltlicher Vorgänge gerne als relativ. Wir haben angelegentlich unserer gemeinschaftlichen Spaziergänge öfters über die Theorien des großen Physikers philosophiert. Vor allem über sein Axiom „Gott würfelt nicht“. Angesicht der derzeit doch sehr zerfahrenen Weltlage ein hochspannendes Thema. Vielleicht kann ich auch noch eine Handytragetasche an sein Halsband applizieren.

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Samsung: Unter Hunden

Samson

Eigentlich sollte Samsung eine Schnecke werden. Keine Nacktschnecke, sondern eine schwäbische Weinbergschnecke mit solidem Einfamilienhaus.  Dann ist etwas mit den Genen durcheinandergeraten und er musste als Hund auf die Welt kommen.

Woher ich das weiß? Wir beide machen lange, meditative Spaziergänge und da kommt man hin und wieder ins Gespräch über Themen, die normalerweise ganz tief unter dem alltäglichen Krimskrams verborgen sind. Es ist, als ob man gemeinsam mit einem Aufzug in eine Grube einfährt und in immer tiefer gelegene Schichten der Persönlichkeit vordringt. Er hat nicht nur Kummer mit seinem „So-sein“ als Fehlgeborener, sondern auch mit seinem Sexualleben, was auch, aber nicht nur, mit seinem genetischen Trauma zusammen hängt. Übrigens das bei Weitem beliebteste Thema unter Hunden und Menschen, wie die neuesten Studien aus der Wissenschaft zeigen. So ein Hund ist eben auch nur ein Mensch.

Samsung ist in seinem Innersten zutiefst unzufrieden, mir scheint, sogar unglücklich, obwohl er nach außen mit bewundernswerter charakterlicher Stärke den Anschein eines glücklichen Hundes aufrecht erhält. Sein Frauchen würde ihn im Umfeld der Hündinnen ja gerne etwas zügel- bzw. leinenloser agieren lassen. Die Herr-Frauchen der Ladies halten diese aber gottverdammt kurz, sodass ihm nie ein wirklich befriedigender Abschluss vergönnt ist. Ganz zu schweigen davon, dass er sich innerlich manchmal eher zu Schnecken hingezogen fühlt. Am heißesten träumt er von einer schwarzen Nacktschnecke mit orangenen Streifen an der Seite. Ich bin dann mal mit ihm in einen Wald gegangen. Was soll ich sagen? Er fand die Schneckchen total süß – die schleimten auch gewaltig. Aber alles scheiterte am Königskinderproblem.

Nach dieser in von mir vollkommen unerwartet traumatischen Weise misslungenen tiefenpsychologischen Intervention, sind die Spaziergänge notgedrungen noch länger geworden. Unsere sonst so ausgeglichene Kommunikation des verbalen Gebens und Nehmens wurde in den letzten Tagen zunehmend einseitiger. Ich höre ihm stundenlang zu. Abends, wenn sich Samsung unruhig in seinem Körbchen wälzt und hin und wieder von dunklen Alpträumen geplagt wird, studiere ich die Fibel „Einführung in die Sexualtherapie für Hunde“. Ich hoffe, ich kann ihm bald professionelle Unterstützung angedeihen lassen.

Bei der Einfamilienhausproblematik konnte ich ihm wenigstens im Ansatz helfen. Er trägt jetzt  schon mal ein kleines Plastiktoilettenhäuschen auf dem Rücken und ist dadurch der uneingeschränkte Star in seiner Damenwelt. Und ich muss die scheiß Kackbeutel nicht mehr selbst rumschleppen. Win-win-situation with a benefit for the dog.

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Drücken Sie ESC

Waren K.O.-Tropfen im Sekt, dass ich mir das ansehe?

Unser Song für Tel Aviv. Wir haben’s warm und kuschelig. Der Heizlüfter sorgt für die Atmosphäre im Wohnzimmer. Und ich lausche den Songs. Louis ist nicht so engagiert. Er liest nebenbei auf seinem E-Book-Reader und würde lieber Sachsenklinik oder Charité gucken. Mit einem Augenaufschlag und einem guten Sherry habe ich ihn rumgekriegt. Jetzt also ESC. Die Songs sind bisher nicht so doll wie das Concierto de Aranjuez.

Kleiner Einschub: Wir haben gestern das Sommerschloss des Monarchen hier in Aranjuez angeschaut. Wie Schlösser halt so sind. Man kann mit der Kutsche ins Schloss reinfahren bis zur Treppe. Die Räume des Königs haben wir nicht gesehen, die der Königin sind ansprechend. Alles schön kühl, eben Sommerresidenz. Tagsüber ist es sonnig und ganz schön warm.

Auf den Siegersong stoßen wir mit Schampus an. Das Zeug zum letzten Platz hat er allemal.

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Stille Tage in Aranjuez

Unser Wohlfühlfaktor auf einer virtuellen Skala von 1 bis 10:
Erholung: 9
Gewichtszunahme: 10+
Bräunung: 8
physische Aktivität: 1,5
geistige Aktivität: 2 (bei täglich nachlassendem In- und Output)
allgemeine Zufriedenheit: 10

Viel passiert hier in Aranjuez nicht. Wir waren ja vor knapp zwei Jahren schon mal hier und kennen die wenigen Highlights. Worüber also schreiben bei dem geringen, um nicht zu sagen: fehlenden Input? Dass die Sanitäranlagen auf diesem Campingplatz primera categoría sind? Dass Koch und Kellner im Restaurant bei der Berufswahl versagt haben? Das freitags nachmittags der Eintritt in den königlichen Sommerpalast kostenlos ist?

Dem fehlenden Input zum Trotz habe ich vor ein paar Tagen ein Lamento über französische Preise im Allgemeinen und französische Autobahngebühren und Campingplatzöffnungszeiten im Besonderen, sowie die vielen heimatvertriebenen französischen Camper hier in Spanien verfasst. Der Beitrag hat die interne Revision nicht passiert. Ein Veto habe ich mir erspart. War wirklich langweilig und unzumutbar.

Und jetzt? Die Situation akzeptieren? Blöde Witze reißen? Nein, wir doch nicht.

Ich habe da eine bessere Idee. Ich mache mich daran, unseren Blog (hintergrund)technisch zu aktualisieren. Das hat fast einen Tag gedauert, aber es hat geklappt. Merkt natürlich wieder keiner was davon. Trotzdem: wunderbar. Das motiviert. Also frisch ans Werk und auch die Optik ein bisschen pimpen. Mal sehen, was man so alles machen kann. Toll. Und dann … ein falscher Klick und der ganze Blog der vergangenen Jahre hat sich ins Nirwana des WWW verabschiedet. Verflucht. Das darf doch nicht wahr sein. Es gibt zwar irgendwo da oben in der Wolke eine Sicherung, aber die ist auch schon ein paar Tage alt. Und die Warnhinweise zur Wiederherstellung nehmen kein Ende. Das Risiko ist mir zu hoch. Ich google mich durch’s Internetdickicht. Die Augen fangen an zu brennen, die Herzfrequenz steigt, Schweißperlen sammeln sich auf der Stirn. Zwei Stunden später werde ich fündig. Es ist nur ein Häkchen, das WordPress heimlich eliminiert hat. Wie soll man da bloß drauf kommen?! Vor lauter Entspannung verzichte ich auf’s Verfluchen.

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Offener Brief

Liebe Beate,

vielen Dank für deine hervorragende Exkursion in die wissenschaftliche Dimension des Wasserlassen. Unzählige Diskussionen, Beschimpfungen und der Verweigerung des Beischlafes, denen du in deinem erfahrungsreichen Leben sicher auch begegnet bist, zeigen die Relevanz dieses Themas. Es ist also hohe Zeit, die Problematik des männlichen Wasserlassens und der dann immer wiederkehrend anstehenden Reinigung der betreffenden Örtlichkeit einer befriedigenden Lösung zuzuführen. Die sich auf die wissenschaftlich-technischen Aspekte der auf dem Rasthof zur Erprobung aufgebauten Versuchsanordnung wurde in den vorstehenden Ausführungen zu den flüssigkeitshydraulischen Besonderheiten ausführlich und tiefgründig eingegangen, so dass der Aspekt der rezeptiven Seite des Gesamtsystems in den folgenden Ausführungen keine Beachtung findet. Die produktive Seite dieses biologisch-physikalischen Gesamtsystems – die psychologische Dimension, wie der Aspekt des Unterdrückungsversuchs urmännlichen Abscheidungs- und Revierkennzeichnungsverhaltens durch grünlilafarbene extremfeministische Theorieansätze, soll hier außer Acht bleiben – bleibt in Deinem Aufsatz ohne hinreichende Betrachtung.

Grundsätzlich gilt, die Länge des in Frage stehenden Organs „X“ ist variabel, was zu einer dynamischen Konstellation führt. Die Länge von X ist abhängig von der jeweils intendierten Nutzung. Die Randbreite des rezeptiven Beckens „Y“ (Distanz Beckenrand – Aufnahmeöffnung) ist >/= 12 cm. Bei der Nutzung des Organs X als Injektionskanal ( z.B. bei der Fortpflanzung) ist diese Distanz durchaus überbrückbar. Nicht jedoch bei der hier infrage kommenden Nutzung als Ausscheidungsorgan. Denn bei diesem Prozess ist X 5 cm. Somit kann die Brauchbarkeit des betrachteten Objektes für die infrage kommende Nutzung sowohl theoretisch als auch praktisch negiert werden.

Deine leider unzutreffende Schlussfolgerung ist aufgrund Deiner Geschlechtszugehörigkeit nur zu verständlich, dürftest Du doch bei der bivalenten Nutzung von X über wenig bis keine Anschauung verfügen.

Mit kollegialen Grüßen

Werner

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Man lernt ja nie aus …

… und darum brauchen wir jetzt mal Eure Hilfe. Die Frage tauchte auf auf dem Weg von Lissabon nach Aranjuez, genauer gesagt erst im spanischen Teil der Reise, etwa 250 km vor Aranjuez – falls das für die Beantwortung unserer Frage von Belang sein sollte.

Aber mal von vorn: Kaum hatten wir den Schock, für 180 km portugiesischer Autobahnbenutzung 30 € abdrücken zu müssen, überwunden, sahen wir uns alsbald mit der nächsten Überraschung konfrontiert. Also, wir daddeln da so Kilometer für Kilometer vor uns hin, meistens ganz allein auf der Autobahn … Aber ich schweife schon wieder ab. Also, wie das eben so ist während einer längeren Autofahrt, irgendwann ist die Blase voll und dann muss man halt mal (irgendwo anhalten).

Diese Raststätte hat gleich zwei Toilettenanlagen, eine links, eine rechts. Ich gehe links, Werner rechts. Nach getaner Tat treffen wir uns wieder am Auto und können uns gar nicht schnell genug unsere (fast identischen) Fotos zeigen.

Ja, was ist das denn? Was macht man da? Wie macht man da was? Wir sind ja nun schon höchst kommunikative Toiletten aus China gewohnt. Aber das hier? Wo es genau gegenüber doch Kabinen gibt. Und dann schießen die Ideen echt ins Kraut und wir machen unsere Witze. Aber weiter bringt uns das nicht. Und so konnten wir die Frage letztendlich leider nicht lösen. Wir konnten ja auch nicht wirklich einen Spanier fragen – mein Spanisch, ¿Ihr versteht? Vom Aufsuchen der Damentoilette zur näheren Problemeinkreisung haben wir aus guten Gründen (z. B. ¡Spanischkenntnisse!) auch abgesehen.

Also, los ran! Ihr habt die Chance unseren Horizont zu erweitern. Einer von Euch wird’s ja wohl wissen. Nur ernstgemeinte Antworten – auch von allen anderen Geschlechtern  – bitte per Kommentarfunktion.

Danke für Eure Mithilfe.

P.S.: Sollte hier irgendwo ein Fettnäpfchen unserer harren, die Antwort bitte per E-Mail!!

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Estoril

Nein, es hat sich nicht gelohnt nach Estoril zu fahren. Das Wetter war eines englischen Seebades zur Off-Season würdig, die Wellen am Strand allerdings beeindruckend. 

Einst war Estoril der letzte und der erste Ort, den die portugiesischen Entdecker von ihrem Heimatland sahen. Das hat sich zum Glück ja nun schon seit Längerem erledigt.

Alter Glanz?

Vom fragwürdigen alten „Glanz“, als sich hier die Reichen und die vertriebenen Monarchen tummelten, ist nichts mehr zu spüren. Ihre alten Villen muss man suchen. Den eigentlichen schönen Park verschandelt ein hässlicher Casino-Bau. Gelegentlich eignete er sich für Filmaufnahmen, so beispielsweise 1969 für „James Bond 007 – Im  Geheimdienst Ihrer Majestät“. Das macht die Kiste aber auch nicht schöner. Und so passt sie dann doch wieder in diese nach unserer Meinung mittlerweile gesichtslose Stadtansicht.

Von 1990 bis 2012 fanden hier ATP-Turniere statt. Hat sich auch erledigt. Genauso wie der Große Preis von Portugal (Formel 1) auf dem Circuito do Estoril. Immerhin gibt es aber noch ein kleines Filmfestival und seit 1990 das „Festival de Jazz do Estoril“.

Reste römischer Villen aus der Zeit um Christi Geburt sollen noch zu finden sein. Nun ja, wer sie denn unbedingt suchen möchte … Wir haben es vorgezogen, nach einem mäßigen Mahl bei einem leicht überteuerten Italiener vorzeitig die Heimreise nach Lissabon anzutreten.

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Pizza-Revolution

Ihr erinnert Euch? Sizilien, April 2016? Der in Herne aufgewachsene sizilianische Bäcker Giovanni U. sen. brachte zum 1. April des Jahres seine genialen Panini senza Carboidrato auf den heimischen Markt. Binnen kürzester Zeit konnte er die weltweite Nachfrage kaum noch befriedigen. Jetzt hat sein Sohn, Giovanni U. jun., die nächste geniale Teigware kreiert und will damit weltweit den Pizzateigmarkt revolutionieren: Pizza senza carboidrato.

Noch ist die revolutionäre Teigneuheit in der Erprobungsphase. Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen in Erfahrung bringen konnten, wird sie derzeit exklusiv in ausgesuchten Edel-Restaurants europaweit als No-Carb-Pizza angeboten, um Marktreife und Akzeptanz zu eruieren. Einem Hinweis aus der sizilianischen No-Carb-Szene folgend haben wir die geniale Abnehm-Pizza in einem Spitzen-Restaurant in Sevilla aufgetan. Zum Preis eines ordentlichen Vino tinto (Ribera del Duero) durften wir heimlich eine Aufnahme dieser noch raren Köstlichkeit machen. Und hier ist sie exklusiv für Euch:

Noch in der Erprobung: Low-Carb-Pizza

Die Herstellung ähnelt nach Insider-Informationen der des beliebten Brötchens seines Vaters. Durch die besondere Zusammensetzung – es werden auch bei diesem Teig ausschließlich natürliche Ingredienzen verarbeitet – und einen komplizierten Herstellungsprozess sammeln sich die Kohlenhydrate in der Mitte des Pizzateigs und werden ihm gegen Ende des Backverfahrens mittels einer von Giuseppe U. jun. erfundenen Vorrichtung noch innerhalb des Backofens entzogen.

Ob ihm diese geniale Idee bei einem Besuch in einer Dunkin‘ Donuts-Filiale gekommen ist, entzieht sich unserer Kenntnis.

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Sevilla

Inzwischen wird im Feuilleton diskutiert, ob man nicht die im Zuge des Kolonialismus geklauten Kunst und Kulturschätze den entsprechenden Ländern zurückgeben sollte. Man könnte dieses Thema etwas ausweiten und schon mal darüber nachdenken, ob man nicht auch das geklaute Gold, Silber sowie den Wert anderer Bodenschätze und Reichtümer zurückgeben sollte. Sevilla zum Beispiel, wurde mit dem Reichtum Südamerikas zu einer wahren architektonischen Perle Spanien und ganz Europas. Die Spanier haben aus den Bergwerken in den Anden und aus den Goldkammern der Inkas soviele Tonnen Edelmetall abtransportiert und in die Stadt geschafft, dass es zu einer ausgewachsenen Inflation und Wirtschaftskrise kam. Dieser Reichtum verzinst, würde den Staaten Südamerika genug Kapital an die Hand geben, um sich bis auf weiteres zu sanieren und in die Zukunft zu investieren (From: The early days in the bookshelf).

The bookshelf:
upper and lower layer. Me philosophing in the lower one. Not in this picture, because I had to take it by myself.

 

 

 

 

 

 

 

Soviel dazu und nun genießen wir die architektonischen Schönheiten und den Flair dieser wunderbaren Stadt in Andalusien.

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Faule Tage in Dos Hermanas

Lange nichts von uns gehört? Tja, das WLAN hier ist sehr instabil. Und irgendwie hat die Ruhe hier eine Schaffenspause zur Folge. Wir leben in den Tag hinein. Einmal täglich mache ich einen Gang zum nahegelegenen Carrefour, um einzukaufen. Man will ja schließlich auch Kontakt zur Außenwelt.

Was wir sonst so machen? Den Gärtnern beim Arbeiten zusehen, lesen, die Probleme der Welt lösen, sich vornehmen, man müsste mal … und morgen machen wir aber …, der Sonne beim Scheinen zusehen, über Nachbarn lästern, halt alles, was man zuhause auch täte. Abends sitzen wir zusammen, essen und trinken ein, zwei Gläschen Vino tinto. Oder auch mal ein Gläschen Pedro Jimenez Nectar (mmmhh!). Nur leider schafft es die Schokolade mit Mousse au chocolat nie bis zum Abend. Würde nämlich wunderbar dazu passen. Und so lange es hell ist, schmeckt der Sherry ja noch nicht so richtig. (Was die Spanier übrigens anders sehen.)

Zwischenzeitlich hatten wir beide durchaus auch mal einen Aktivitätsanfall: Werner, indem er begonnen hat, einen Fritz-Kraut-Beitrag zu schreiben, bis ihn die Schreibblockade überkam. Ich, indem ich mich – zunächst unbeabsichtigt – erfolgreich als Location Scout betätigte. Leider ohne Auftrag und somit auch ohne Gage. Schade eigentlich.

Noch ziemlich bewegungsmotiviert begab ich mich in den ersten Tagen auf einen Spaziergang über den hiesigen Campingplatz und fand ein abgeschottetes, ruhiges, fast meditatives und durchaus inspirierendes Plätzchen. Wendy hatte in dieser Woche ihre Patentochter zu Gast, die als Fotografin seit Kurzem in Barcelona lebt. Sie erstellen in dieser Woche gemeinsam ein Yoga-Video für Wendys Website. Na, und wer hat die entsprechende Location für dieses Video gefunden? Genau. Werner nicht.

Dreharbeiten

Wir setzen unsere gemeinsame Reise jetzt doch noch ein bisschen länger fort und machen uns auf den Weg nach Quarteira (Portugal). Mal sehen, ob Zyra sich auch dort Respekt verschaffen kann.

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Gut gebellt, Zyra!

Zyras Revier

Das macht sie wirklich beispiellos erfolgreich. Seit Tagen sind wir mit unseren beiden Womos ganz allein in der kleinen Stichstraße des Campingplatzes in Dos Hermanas (nahe Sevilla). Wir können uns wunderbar ausbreiten, unsere Wäscheleinen spannen, wo eigentlich andere Womos parken, spät abends auch vor dem Auto noch quatschen, lachen und Musik hören. Und weil wir sie immer so völlig selbstlos mit Wurst- und Schinkenresten bestechen, sind wir mittlerweile in ihr Rudel aufgenommen – ein durchaus beruhigendes Gefühl!

Der ständige leichte Wind hat sich verzogen und wir können endlich auch abends wieder vor unserem Womo das Essen und das Leben genießen.

Zyra in action

Wie sie das macht? Ganz einfach: immer dann, wenn Neuankömmlinge den Platz nach einem schönen Stellplatz erkunden und dabei in unsere Nähe kommen, gibt sie den großen Zampano. Sie bäumt sich auf, reißt an der Leine, knurrt und bellt und fletscht die Zähne, dass jeder nur noch Reißaus nimmt, bevor die Leine reißt. Eigentlich hätte sie dafür jedes Mal ein Leckerli verdient, aber wir sind ja nicht so und Wendy versucht, ihr dieses Verhalten abzugewöhnen. Schließlich sind wir ja soziale Wesen.

Aber mal von vorn: In Ronda haben wir Wendy und ihre Hündin Zyra kennengelernt. Die zwei sind im November in Holland aufgebrochen und seitdem mit ihrem Wohnmobil in Europa unterwegs. Zyra hat als Straßenhund auf Fuerte Ventura gelebt, bis sie Wendy traf.  Ein Teil ihrer Route deckt sich mit der unsrigen und so sind wir zusammen in El Puerto de Santa Maria und Jerez de la Frontera gewesen. Sevilla ist unsere vorerst letzte gemeinsame Station.

Stellt sich dann für Werner und mich nur noch die Frage, wer von uns beiden eindrucksvoller bellen kann.

Man kann Wendy und Zyra auch auf Facebook verfolgen: A l’Awen – yoga en route

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Ihr habt es so gewollt!

Wir können uns kaum retten. Millionen von Zuschriften. Endlose Diskussionen. Aber okay, ich gebe mich geschlagen und – entgegen meines ausdrücklichen Wunsches – ein Foto meiner neuen Frisur frei. Aber beschwert Euch nicht. Ihr habt es so gewollt!

Hier isses:

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Peloquero

Ich muss zum Friseur. Als ich vor nicht ganz zwei Jahren hier in El Puerto de Santa Maria war, hatte ich das gleiche Problem. Und das Glück, einen Barbier zu finden, der zwar noch weniger Englisch sprach als ich Spanisch, mir aber einen Haarschnitt verpasste, mit dem ich mehr als zufrieden war. Ich war so angetan, dass Beate davon ein Foto gemacht hat. Daran können sich die Berliner Friseure mal ein Beispiel nehmen. Aber: wo war das noch? Das war doch in El Puerto de Santa Maria, oder? Ich weiß es nicht mehr. Ich laufe kreuz und quer durch die Stadt. Aber nee, nirgends zu finden.

Zugegeben, ich habe da irgendwie so ein Trauma, was Friseure betrifft und greife deswegen gern auf Bewährtes zurück. Okay, was soll’s, es gibt ja wahrscheinlich auch noch Weitere, die ihr Handwerk verstehen. Ich suche mir einen kleinen Friseursalon, in dem nur der Chef schneidet (weil es keine Angestellten gibt). Mutig gehe ich rein, warte bis ich dran bin und nehme dann auf dem OP-Stuhl Platz. „Quiero cortame el pelo.“ schaffe ich ja gerade noch auf Spanisch. „¿Normal?“ kommt prompt die Frage des Maestros. Mmmhh, was ist denn bitteschön „normal“? Wenn ich mir die Plakate in dem Salon so ansehe, scheint mir das – mit Günter Grass gesprochen – ein weites Feld zu sein. Da ist von der fast Glatze über den Rundschnitt bis zum Undercut nun wirklich alles drin. Das trägt nicht wirklich zu meiner Beruhigung bei. Dann fällt mir das Foto ein. Zwar habe ich das Smartphone von vor zwei Jahren nicht mehr (weil von Arschlöchern in Berlin geklaut), aber Google weiß ja alles und vergisst nichts. Und so findet sich Beates Foto in der Google-Wolke und ich kann dem Coiffeur meine Vorstellung bildlich vermitteln. Mit sicherer Hand nimmt er mein Smartphone, vergrößert die Ansicht und macht sich ans Werk. Was soll ich sagen? Ich hätte ihn gern dazu gebracht, seine Wirkungsstätte nach Berlin zu verlagern. Allein, er will nicht. Schade eigentlich.

Einen Tag später machen wir einen Ausflug ins nahe gelegene Cádiz, schlendern durch die Stadt, vorbei an der Kathedrale, dem Plaza de las flores, dem Mercado central und, ich traue meine Augen nicht, „meinem“ Friseur. Beim nächsten Mal werde ich ein Problem haben!

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Stimmungmacher

Mandelblüte

Das Gesumme von tausenden umherschwirrenden Insekten erfüllt die sich aufwärmende Frühlingsluft. Der süße Duft der Mandelblüte lockt sie an. Mich auch. Man meint aus dem Nektar der Millionen weißen Blüten mit ihrem kleinen, zart rosa gefärbten Kelch, den Geruch des zukünftigen Honigs zu spüren. Ich bin auf dem Weg zur Umrundung der alten maurischen Stadt. Auf der Trompete bin ich inzwischen sehr ungeübt. Und ich habe auch keine dabei. Vermutlich käme sie auch gar nicht gegen den Marktschreier an, der mir seine elektronisch verstärkte Stimme Kilometer weit entgegen schallt.

Der Marktschreier ist gar kein Marktschreier, höchstens ganz entfernt mit ihm verwandt. Mich deucht, dass er Stimmung für die sportlichen Läufer und Radler macht, die mir verschwitzt und angehend fertig den Berg herauf entgegen kommen. Ich versuche es mit Gemütlichkeit, bin aber nach dem Ende der 15 km Runde genauso erledigt. Die Beine schmerzen, der ganze Körper schreit nach Pause und der nach einer Toilette ist innenrum nicht mehr überhörbar. Eine kleine Pizzeria gleich an der Calle de poeta Rilcke ist die Rettung. Der Rest des Tages ist der Erholung gewidmet.

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Frühling

Mandelblüte

Frühling lass dein blaues Band vor der weißen Mühle wehen. So fühlt sich Frühling an. Überall auf der Welt. Man meint, ihn riechen zu können, die Gräser schieben vorwitzig ihre Spitzen aus der Erde. Das quellklare Wasser scheint einen Tick fröhlicher über dir Steine zu springen und die Vögel veranstalten ihren ersten Zwitscherslam. Kein Sieger, kein Verlierer, nur reine Freude. Der Kampf um Männlein oder Weiblein beginnt später.
Welch eine Erholung vom regnerischen und kalten Winter.

 

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Siesta

Halb drei. Wäsche ist gewaschen, das Bett neu bezogen und ALF’s Lieblingskatze Lucky kommt auf einen Kurzbesuch vorbei. Sie legt sich auf das Trittbrett, lässt eine Hinterpfote lässig hängen und schnurrt entspannt vor sich hin. Die Sonne nimmt ihre Strahlen in die Hand und krault ihr den sanft bewegten Bauch. Siesta!

Louis drängt zum Aufbruch: Ein Spaziergang um die Stadt auf dem erhabenen Felsenkliff, die weiß strahlend inmitten der Hochebene wie ein Fixpunkt wirkt. Auf der Plaza Ruedo Alameda inmitten des Barrio Sur de Ronda sitzt eine Festgesellschaft. Wir lasssen uns auf ein Cerveza nieder. Spanische Gespräche, die uns wie das Murmeln und Gurgeln eines Bergbaches umgeben, bringen uns einem Nickerchen gefährlich nahe. Louis löffelt genießerisch an seiner Fischsuppe. Danach brechen wir aber auf.

Am Abend: Jetzt liegt Louis entspannt auf der Bank und wartet darauf, dass ihm jemand den Bauch pinselt. Ich frage dann mal Wendy von nebenan, ob es im Yoga die Gebauchpinseltstellung gibt. Ich glaube, dann schenke ich ihm einen Kursus.

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Ronda

Puente nuevo, Ronda

Die Schönheit dieser Stadt lässt mich innerlich erschaudern. Ob das auch auf die Mischung von Café, Bier und Sex zurückzuführen ist, kann ich nicht sagen. Ich fühle mich innerlich warm und zufrieden, obwohl es kalt und regnerisch ist. Die Mischung aus grandioser Landschaft und architektonisch manifestierter Kultur ist erhaben und berührt Herz und Kopf gleichzeitig und regt den Körper zum Verweilen und Bewegen an. Aus diesem Zustand entspringt das oft beschriebene ozeanische Gefühl der Einheit von Ich und Umwelt. Neudeutsch, der Flow.

An der Puerta de Almocábar

Ronda ist das Versprechen der Alhambra und der Mesquita, gebrochen durch die Kirche. Abendland und Morgenland werden gemeinsam blühen, wenn dieses Versprechen seine Erfüllung findet. Die Stadt liegt in einer in allen Schattierungen von braun und grün gefärbten Hochebene, die von allen Seiten von grau in den blauen Himmel ragenden Bezügen wie von sie schützenden Händen umschlossen wird. 

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Abwechslung im Ren(n)tnerdorf

Beschaulichkeit im Rentnerdorf

Almería, der wärmste Ort Spaniens. Gesucht haben wir einen kleinen, ruhigen Campingplatz direkt am Meer. Gefunden haben wir ein kleines, ruhiges, internationales Rentnercampingdorf direkt am Meer. Es ist  alles da: kleine Sträßchen, Kneipe, Marktplatz, Waschhaus, Bushaltestelle, Strand, ein Obstbauer, der seine Zitrusfrüchte aus einem alten klapprigen Pkw heraus anbietet. Nur der kleine Laden hat zu dieser Jahreszeit geschlossen. Das Nötigste wie Brot und Wein bekommt man dort aber auch jetzt.

Treffpunkt Dorfkneipe

Bis auf die wenigen Tagesbesucher kennt hier jeder jeden und wer will, ist schnell Mitglied der zeitlich begrenzten Gemeinschaft. Die, die jetzt hier Sonne und Wärme genießen, sind zum Überwintern hier. Sie kommen jedes Jahr und bleiben für zwei, drei, vier Monate.

Hier kann jeder nach seinem Gusto leben. Es gibt kaum Reglements und auch keine festen Plätze. Man sucht sich ein schönes, und wenn ein schöneres frei wird, kann man halt dorthin wechseln. Da  sind die zeitig angereisten Langzeitbewohner klar im Vorteil.

Es ist ein bisschen wie zuhause. Man läuft sich zufällig „auf der Straße“ über den Weg, hält ein Schwätzchen, tauscht Neuigkeiten aus. Man trifft sich beim Spülen und Wäschewaschen, in der Kneipe oder auf einen Kaffee, grillt abends mit Gästen vor dem Wohnmobil oder sitzt am Strand. Und wenn man mal ein Problem hat – kein Problem, die Nachbarschaftshilfe funktioniert.

Lärm, Gestank und gute Stimmung

Einmal jährlich steppt hier der Bär. Was in anderen Dörfern das Volksfest, ist hier der Start der „International Rally España – Senegal“. Hier am Strand registrieren sie sich, zeigen ihre Maschinen und tragen ihre Zuversicht zu Schau. Schon drei, vier Tag vorher reisen sie an, zeigen ihre Ausrüstung, schrauben an ihren Maschinen, feiern und bereiten sich mental vor. Eine schöne und kurze Abwechslung. Am Tag der Registrierung gleicht die kleine Bucht den Boxen einer Rennstrecke. Einschließlich Lärm, Gestank und ausgelassener Stimmung.

Abwechslung im Ren(n)tnerdorf

Registrierung erfolgreich absolviert

Am nächsten Tag ist der Spuk wieder vorbei. Man tratscht noch ein bisschen drüber. Dann ist wieder Alltag im im Rentnercampingdorf.

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Almería

Wenn das Konto schneller wächst …

Wenn das Bankkonto schneller wächst als das Hirn, wird die historische Altstadt abgerissen und durch elende quasi-uniforme Wohnklötze ersetzt. Ich werde von meinem Mann unterbrochen.

Einschub: Männer erkennt man übrigen auf Campingplätzen hier in Spanien bzw. überhaupt in Südeuropa, wie wir auf einer früheren Reise ja schon feststellen mussten, in der Regel daran, dass sie immer das Geschirr abwaschen und in roten Bademänteln zum Duschen gehen.

In Berlin werde der Impfstoff gegen Influenza wieder knapp, berichtet Louis aus dem Internet. Ich hebe mein Glas Cerveza der Sonne entgegen, die für angenehme 21° sorgt, und stoße auf meinen Impfstoff an. Er ist überall in Europa verfügbar und wird als Schluckimpfung eingenommen. Bei Dr. Puschl in der Potsdamer Straße wird der Impfstoff zum halben Preis appliziert. Hier, im ärmeren Viertel von Almeria, ist der AOK-Vollpreis nicht höher als der Sozialpreis bei Puschl.

Werners Influenza-Serum

Der Kellner fragt, während er die Tapas vor uns abstellt, Bayern oder Borussia? Unsere Antwort kommentiert er mit einem „very nice“.

So, jetzt zurück zum Thema. In der DDR zum Beispiel, traf das zu. Sie hatte ein Konto mit einem rein roten (welche Farbe sonst?) Zahlenberg. Das Gehirn konnte also langsam reifen und dann, als das Geld plötzlich da war, mit der Edelsanierung der Altstadt beginnen. Hier in Almería wuchsen die Konten durch den Tourismusboom so rasch, dass die Altstadt zu einer hässlichen Neustadt kaputt saniert wurde. In diesem komplex-multifaktoriellen Sinne: Shit happens everywhere on earth and die Letzten werden die Ersten sein.

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Können auch Navis dementiell erkranken?

Unterwegs nach Almería

Aufbruch nach sechs Tagen in Valencia. Wir wollen weiter gen Süden. Nächstes Ziel: Almería. Entfernung: 460 km. Rechts und links der zumeist leeren Autobahn endlose Orangenplantagen. Nach etwa 100 Kilometern sticht uns eine Burgruine auf einem einzelnen Felsen in der Landschaft ins Auge. Der Herr zu meiner Rechten möchte die Gelegenheit nutzen und seiner Leidenschaft für alte Steine frönen. In Ordnung. Machen wir. Fritze windet sich die schmale Straße durch die Orangenplantagen hoch bis direkt vor die Ruine.

Castell de Montesa

Rein können wir nicht. Wir umrunden sie und genießen den Ausblick auf die weite Ebene zu unseren Füßen.

Blick vom Castell de Montesa auf die Ebene

Dann soll uns das Navi ins Dorf führen. Macht es auch. Die Straße wird bedrohlich eng. Eigentlich sollte ja alles in Ordnung gehen, schließlich weiß mein Navi wie breit, lang, hoch und schwer mein Wohnmobil ist. Und ich weiß, wie desorientiert und vergesslich mein Navi oft ist. Ich setze lieber zurück und parke das Auto vor der Stadt. Das ist kein Misstrauen, sondern Erfahrung. Und zudem eine gute Idee. Andernfalls wären wir wahrscheinlich jetzt noch dort und müssten Abbruchgenehmigungen für mehrere Häuser beantragen, um wieder rauszukommen.

Mein Navi spinnt!

Nach so viel Fahrerei und Kultur habe ich mir ein leckeres Essen verdient. Der Herr zu meiner Rechten nicht – äh, verdient schon, aber er will nicht. Egal. Wir suchen ein Restaurant und finden keins. Vor dem Rathaus fragen wir einen Polizisten. Sein Englisch ist noch rudimentärer als mein Spanisch. Er bringt uns erstmal ins Rathaus, sucht eine Broschüre zur Ruine, die wir ja längst besichtigt haben. Ist wohl der Stolz der Stadt, die Ruine. Da auch er an meinem Spanisch zweifelt, möchte er uns gern mit einer englischen Version weiterhelfen. Er schleppt uns in eines der Büros in der ersten Etage und reicht uns und unser Begehr an eine Mitarbeiterin weiter. Die wird schnell fündig und wir bedanken uns höflich, bevor wir zu unserem eigentlichen Anliegen kommen: Gibt es hier ein Restaurant? Die hilfsbereite Dame führt uns auf den Rathausbalkon und weist uns von dort aus den Weg.

Wieder im Erdgeschoss begegnet uns nochmals der hilfsbereite Polizist und versichert uns, dass das Essen dort wirklich sehr schmackhaft sei. Er sollte Recht behalten, es sei denn, man mag keinen Knoblauch. Und ein weiteres Etablissement gibt es eh nicht.

Nachdem wir den örtlichen Geldautomaten geplündert haben, betreten wir direkt gegenüber die „Caféteria Ca Aurora“. Ein halbes Dutzend Männer stehen an der Theke und begießen die Siesta. Ein Tisch in der Ecke ist eingedeckt. Wir gehen durch zur Terrasse. Drei kleine Tische, in der hinteren Ecke eine Kochzeile abgetrennt und das Ganze umgeben von hohen Mauern. Null Ausblick. Fazit: sehr freundlich, sehr lecker, sehr preiswert. Leider können wir nirgendwo liken. Schade.

Auf dem Rückweg halten wir irgendwo in den Orangenplantagen an. Der Herr – jetzt zu meiner Linken und momentan für mehrere Minuten fundamentalistischer Frutarier –, steigt aus und klaut sechs Clementinen. Soviel zu Orangenplantagen.

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Sonntagnachmittag in der Ciutat Vella

Plaza de la Virgen

Am frühen Nachmittag brechen wir auf zu einem Rundgang durch die Altstadt von Valencia. Vor dem Mercat Central bieten fliegende Händler ihre Waren feil, jederzeit bereit alles zusammenzuraffen und vor der Polizei das Weite zu suchen. Ein quirliges Durcheinander herrscht. Die Einheimischen treffen sich zum Mittagessen in und vor den zahllosen Restaurants. Vor den Tapas-Bars genießen Freunde, Nachbarn und Bekannte die leckeren Köstlichkeiten und den guten Wein. Ein Stück weiter beschallt die Blanquita Bar den Plaza del Doctor Collado. Die Besucher tanzen in Gruppen oder zu Paaren und versprühen Genuss und pure Lebensfreude.

In dieser Gegend findet sich fast hinter jeder nächsten Ecke ein kleiner Platz mit Restaurants und Bars, die durchweg gut besucht sind. 

Irgendwo in der Ciutat Vello

Die Plaza de Reina, ansonsten eher ein von Autolärm und Abgasen belasteter Alptraum, zeigt sich von einer völlig anderen Seite. Nahezu autofrei, nur gelegentlich mal ein Taxi. Aber belebt von tausenden von Menschen, die den freien Sonntag, das Wetter und das Leben genießen. Fast 20° werden in der Sonne gemessen. 

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PaellaSangriaSiesta

Valencia. ValenciaCamperPark. Hier waren wir auch während unseres letzten Valencia-Aufenthalts. Es gibt alles, was nötig ist. Die Mitarbeiter sind zuvorkommend, der Preis günstig. Die Bahn downtown fast vor der Tür. 25 Minuten bis ins Zentrum.

Zur Begrüßung gibt’s einen Sangria-Gutschein. Einzulösen im Restaurant. Paella wird hier aber leider nicht angeboten und für die Siesta sind wir selbst verantwortlich. Ob das klappt?

Einer der ganz wenigen Plätze, auf denen man wirklich überall einen guten WLAN-Empfang hat. Das ist wichtig. Schließlich haben wir den letzten Tatort noch nicht gesehen. Aber heute. In der Mediathek. Patrick hat uns ja extra dafür seinen Monitor mitgegeben.

PaellaSangriaSiesta ist nicht nur das Passwort für den WLAN-Zugang, sondern auch ein Lebensgefühl. Sagt der freundliche Mitarbeiter an der Rezeption. Das passt.

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Irgendwas ist ja immer

Irgendwas muss anscheinend auf jeder Reise kaputt gehen. Mal ist es die Wasserpumpe, mal ist das Dach undicht, mal ist dieses, mal ist jenes. Diesmal war es, kaum waren wir in Frankreich angekommen, ein Hörgerät. Nahe unseres Stellplatzes in Barcelona fanden wir zufällig einen Hörgeräteakustiker. Der hat uns erstmal einen Termin für den nächsten Tag gegeben, um uns dann zu eröffnen, dass er uns nicht helfen kann. Immerhin war er dann aber so nett, uns mit einer Adresse weiterzuhelfen. Warum wir das hier erwähnen? Weil es einfach wunderbar ist, hilfsbereiten und unkomplizierten Menschen zu begegnen, wie der Hörgeräteakustikerin, auf die wir dann trafen. Sie fragte gleich, ob noch Garantie bestehe. Zum Glück hatte ich die Rechnung eingescannt und in der Wolke abgelegt. So konnten wir sie ihr sofort mailen. Zwar war die Garantie seit ein paar Tagen abgelaufen, das hat sie aber geflissentlich übersehen. Und ein paar Minuten später war ich wieder ganz Ohr. Ganz ohne Termin. Wir haben uns mit Hüftgold aus der Konditorei bei ihr bedankt.

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Sturm, lass nach!

Ziemlich durchgerüttelt und verschlafen beginnen wir um acht den nächsten Tag. Alles muss ausfallen: Zähneputzen, waschen, frühstücken. Kein Kaffee (weil nix Wasser und nix Strom), nur ‘ne trockene Scheibe Brot mit Käse. Dann geht der Kampf Auto gegen Sturm auf der Straße weiter.

Wie gut übrigens, dass der Automat keine Mitgliedskarten verkauft hat! Bei Licht betrachtet stellt sich heraus, dass dieser Stellplatz nichts außer Strom geboten hätte. Selbst das Plumpsklo war mit einem Vorhängeschloss verriegelt.

Bis kurz vor die spanische Grenze bestimmt der Sturm unseren Fahrstil. Aber dann wird alles besser. Kein Sturm mehr. Dafür Sonne, steigende Temperaturen (16°) und fallende Dieselpreise. Um 34 Cents pro Liter, um genau zu sein.

Der Stellplatz in Barcelona ist zwar völlig überteuert, hält aber, was er verspricht.

„Angekommen“, ist unser Gefühl.

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Wechselrichter im Einsatz

Nach dieser wunderbaren Nacht machen wir uns wohlgemut an unsere nächste Etappe. Ziel: Montpellier.

Und siehe da: Montpellier empfängt uns mit azurblauem Himmel und 13°. „Angekommen“, ist unser erstes Gefühl. Nichtahnend, was noch alles auf uns zukommt.

Der als ganzjährig geöffnet und mit diversen Angeboten (Laden, Restaurant, Wasser, Strom, Entsorgung etc.) gepriesene Campingplatz ist ein ziemlich runtergekommener und zu dieser Jahreszeit ziemlich verlassener Ort für Dauercamper, der für Spontis wie uns erst gar nicht geöffnet ist.

Nächste Station: Narbonne. 90 Kilometer. Das Weiterfahren erhält einen gewissen Nervenkitzel durch unglaublich starke Seitenwinde, die nicht nur unser Womo und die LKW gelegentlich unverhofft auf die linke Nachbarspur tanzen lassen. Spannend. Anstrengend. Ermüdend.

Nichts Gutes ahnend, fahren wir am späten Nachmittag erst einmal einen Rastplatz an, um unseren Hunger zu stillen. Seit dem mickrigen Frühstück haben unsere Mägen ja nichts mehr zu tun bekommen. Leute, wir warnen Euch: Solltet Ihr jemals nach Frankreich fahren und ein Buffalo-Restaurant sehen: gebt Gas! Fahrt bloß schnell weiter. Nicht mal hingucken. Einfach nur schnell weiter. Einen so schlechten aber teuren Fraß bekommt man nicht einmal an der schlimmsten Frittenbude. Das war ein echter Härtetest für unsere Mägen.

Der Stellplatz in Narbonne wurde offensichtlich schon vor Jahren aufgegeben. Das Tor ist geschlossen. Das Wildkraut sprießt in Ruhe vor sich hin und ein abgemeldetes – oder vergessenes –  Womo rostet entspannt hinüber ins Nirvana. Der Campingplatz in Narbonne-Plage ist umgezogen und am neuen Ort noch nicht wieder eröffnet.

Also weiter. Wir irren umher, fahren vom Navi geleitet im Kreis von einem geschlossenen Camping zum anderen. Und das bei diesem Scheiß-Sturm! Schließlich finden wir irgendwo im Nirgendwo einen Stellplatz. Hoffnung keimt auf. Und wird gleich wieder erstickt. Die Zufahrt regelt ein Automat. Wie wir das hassen!! Aber gut, irgendwo müssen wir ja übernachten – und zwar möglichst mit Stromanschluss. Aber diesem Scheiß-Automaten sind die erforderlichen Mitgliedskarten ausgegangen, ohne die gar nichts läuft. Na, prima!

Kein Durchkommen für uns

Wir haben die Faxen dicke. Es ist so dunkel, dass man die Hand vor Augen kaum sieht. Und für die Milchstraßen am Himmel haben wir gerade so gar keinen Blick. Wir suchen uns vor der Einfahrt ein Plätzchen, an dem uns kein Baum auf’s Haupt stürzen kann, trinken vor Hunger zwei Gläschen Wein und begeben uns in die Betten. Schantalle wird zum ersten Mal in ihrem Leben an meiner Seite an den Wechselrichter angeschlossen, weil wir ja keinen 230 V-Anschluss haben. Als nach drei Stunden der leichte Rausch nachlässt, ist auch Schluss mit Schlafen. Unser Wohnmobil wird durch den Sturm so geschüttelt, das an Schlaf kaum zu denken ist. Und auch beim Pinkeln in der Nacht verlangt er den alten Herren so manche gewagte Turnübung ab. Es ist ein bisschen wie mit den Hurtigruten an der nordnorwegischen Küste bei rauer See im Winter. Immerhin funktioniert unsere Standheizung. Und der Sternenhimmel, den ich durch mein Dachfenster sehe, passt auch zu den Hurtigruten.

Notabene: Schantalle und ihr Wechselrichter verstehen sich prima und geben alles, um mir eine angenehme Nacht zu bereiten.

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Anlaufschwierigkeiten

So, Schluss jetzt mit der Fettlebe bei Herrn Treiber in Sprollenhaus. Auf geht’s gen Süden. Leicht wird’s uns nicht gemacht. Zum ersten Mal seit unserer Ankunft hat es in der letzten Nacht geschneit. Und es schneit immer weiter. Da nehmen wir doch lieber einen Umweg in Kauf anstatt uns die engen Serpentinen rauf und runter zu quälen. Vorher bringen wir aber noch Beate zum Bahnhof in Bad Wildbad und erledigen den nötigsten Einkauf, um notfalls über’s Wochenende zu kommen.

Als Zwischenstation haben wir uns Beaune, ein kleines Städtchen im Départment Côte d’Or im Burgund nördlich von Lyon ausgesucht. Wir haben uns nichts dabei gedacht. Liegt halt auf unserem Weg. Zudem ist es als Zentrum des dortigen Weinbaugebietes bekannt. In der Stadt finden sich in der Tat eine Reihe von Winzern. Wo sie allerdings den Wein anbauen, bleibt uns ein Rätsel. Wir haben unterwegs nicht einen Rebstock gesehen. Ob der Wein dort auf den zahlreichen Bäumen wächst? Egal. Hauptsache sie haben welchen.

Beaune

Schneematsch, Regen und Nebel begleiten uns bis dorthin und machen das Fahren nicht eben zu einem Vergnügen. Wir haben uns im Internet ein schönes kleines Hotel im Stadtzentrum ausgesucht. Hotel, weil es vor Montpellier auf unserer Strecke keinen einzigen ganzjährig geöffneten Campingplatz zu geben scheint und wir auch noch kein Wasser an Bord haben. In einem kleinen Städtchen wie Beaune, so unsere Hoffnung, sind vielleicht die Hotelpreise noch nicht so astronomisch hoch. Das trifft auch zu und das Hotel ist wirklich ausgesprochen schön. Nur Einzelzimmer sind nicht mehr vakant. Und das angebotene Queen-Size-Bett ist uns nun doch zu kuschelig. Schweren Herzens sagen wir ab. In den übrigen Herbergen sind die Preise bei Booking zwischen unserer ersten und zweiten Anfrage enorm gestiegen. Kommt also nicht mehr infrage.

Stephanies Ferienhäuschen in Beaune

Dann finden wir eine Ferienwohnung und fahren hin. Von außen nicht gerade beeindruckend, aber was soll’s? Es wird allmählich dunkel und wir sind von der anstrengenden Fahrt mehr als müde und kurz vorm Verhungern. Kurz und gut: Stephanie öffnet uns die Tür. (Sie spricht übrigens bereitwillig ein mehr als passables Englisch. Da sie an diesem Tag nicht die Einzige ist, muss ich wohl meine bisherigen Erfahrungen mit den heutigen in Einklang zu bringen versuchen.) Die Ferienwohnung entpuppt sich als Ferienhäuschen und sie nimmt uns sogar für nur eine Nacht auf. Und weil wir den lästigen Internetvermittler umgangen haben, gibt sie uns auch noch einen Nachlass. Ach, es kann so schön unkompliziert sein.

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Des isch a Eifahrt! …

Tatort: Schwarzwald

… schallt es aus einem Fenster im Haus neben mir. Die schrille Stimme gehört einer recht fülligen Mittfünfzigerin, die nur notdürftig mit der Gardine ihre Blöße bedeckt. „Fahred Se des Audo fott!“

Gestern Abend habe ich Fritz Kraut an der Straße parken müssen, weil auf dem Hotelparkplatz nichts mehr frei war; habe aber drauf geachtet, dass ich auf der engen Dorfstraße niemanden behindere.

„Aber die Einfahrt ist doch frei.“

„Des isch a Eifahrt! Mer wolled do nausfahre“

Oh, Mann! Die nervt. „Kein Problem, sobald da vorn auf dem Parkplatz etwas frei ist, parke ich den Wagen um.“

„Des isch a Eifahrt! Fahred Se des Audo fott!“

Ich schaue mir die Lage genauer an. Das Auto ist halt groß, versperrt dennoch nichts an der Einfahrt. Aber um des lieben Friedens willen, – ich möchte schließlich nicht, dass Herr Treiber, unser Gastgeber, Stress mit seiner Nachbarin bekommt – schließe ich das Auto auf und fahre es einen halben Meter vor. Jetzt stehe ich zwar ein bisschen in der Einfahrt zum Hotelparkplatz, aber wird wohl kein Problem zu sein.

„Des isch a Eifahrt! Fahred Se Ehr Audo do weg!“

Ich lasse die Frau keifern und gehe frühstücken. Drinnen frage ich den Hotelier, ob das ein Problem sei. Der winkt ab: „Um Gottes willen, nein. Das kenne ich schon seit 50 Jahren. Die würde auch meckern, wenn Ihr Auto halb so lang wäre oder irgendwo gegen die Fahrtrichtung parkte.“

So ist das halt in den engen Tälern des Schwarzwalds, wo Fernseh- und Mobilfunkempfang selbst in den Höhenlagen kaum möglich sind.

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Winter adé

Endlich wieder Sonne!

Scheiden tut gelegentlich überhaupt nicht weh. Schon gar nicht, wenn der Winter, wie in diesem Jahr, in Berlin so nasskalt und trist grau daherkommt. Von Schnee und winterlich-weihnachtlicher Atmosphäre keine Spur. Also nix wie weg.

Das Grusel-Wetter hat uns noch bis kurz vor den Hunsrück verfolgt. Aber schon am nächsten Morgen weckte uns der Sonne heller Schein und lockte uns aus den Federn. Diesseits der Fensterscheibe ist auch die Temperatur nach unserem Gusto. Wir müssen es in den nächsten drei Tagen, die wir hier verbringen werden, mit dem Rausgehen ja nicht übertreiben.

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Über die Besonderheit von Campingplätzen und Menschen

Panorama-Camping, Salzburg – Die Bademantel-Invasion

Der Tag neigt sich zu Ende, das Abendessen brutzelt auf den Campingkochern oder ist schon verspeist. Für einige bereits Zeit, es sich bequem zu machen und in die Nachtkleider zu schlüpfen. Natürlich nicht ohne duschen und Zähne putzen.
Ich sitze mal wieder in der ersten Reihe mit besten Aussichten. Die ersten beiden fallen mir sofort ins Auge: Mutter und Kind im Bademantel, weiß, strahlend. Ich stelle mir vor, sie haben diese in ihren Campingbussen auf den Kopfkissen gefunden, mit einer Tüte Gummibärchen. Nur, wo waren unsere Bademäntel und auch die Gummibärchen habe ich nicht gefunden, eigentlich schade.
Im Laufe des Abends habe ich gezählt und niemand, wirklich niemand ging ohne Bademantel in die Waschräume. Alle in weiß und strahlend. Fast traute ich mich nicht mehr dort hinein, so gänzlich ohne schneeweißen Bademantel. Vielleicht habe ich verpasst, dass dort gerade der neueste Spot für den Weißen Riesen gedreht wurde und wir die Drehdauer wegen der Weigerung des Tragens eines Bademantels auf Tage hinausgezögert haben. Ja, hätten die uns nur Bescheid gegeben!
Die folgenden Campingplätze sind ja bereits ausführlich beschrieben worden: Kranjska Gora, noch eingeschüchtert durch das Abendteuer Wurzenpass, Kamp Spik auf Krk (immer noch unaussprechlich, wo sind eigentlich die Vokale geblieben?), der wegen Überfüllung geschlossen war, die Wüste Gabi  und dann …

Camping Strobeč, Split – die Duschbegrenzung und weltbekannte Sportstätten

Nein, reservieren müssen Sie bei uns nicht, hieß es noch am Vortag und wenn, dann müsste dies Wochen im Voraus geschehen. Na gut, schauen wir mal!
Platz bekommen, wie bekannt, direktemang am Kudamm. Aber was nicht bekannt ist, sind die Duschbänder. „Dreimal am Tag können Sie damit duschen, jeweils maximal 7 Minuten lang“, ist die Information an der Rezeption. Oje oje, Panik überfällt mich. Wie lang sind 7 Minuten? Wo steht die Stempelmaschine, wie soll das mit dem Auskleiden gehen (erst auskleiden, raus gehen, stempeln, etwa nackt? oder erst stempeln, dann in die Dusche, ausziehen???) Oh Gott, da gehe ich erst mal gar nicht duschen. Es gibt ja auch noch Waschbeckenseparees.
Es läßt sich nicht vermeiden, irgendwann ist duschen dran. Plan zurecht gelegt, quasi eine Mischung aus allen Überlegungen: freie Dusche suchen, reingehen, Sachen aufhängen, halb entkleiden, Handtuch umwickeln, raus flitzen, stempeln und unter die Dusche springen. Stutz: Irgendwas stimmt nicht! Sch…benkleister, Unterwäche und Handtuch vergessen abzulegen. Alles klatschnass – das muss ich noch üben.
Fleißig wie ich bin, wurde der Prospekt studiert (ist es eigentlich maskulin oder Neutrum? Egal), also studiert und studiert. Vielleicht ist es nicht bekannt, aber in meiner Jugend war ich begeisterte Skispringerin (alternative Fakten). Fast weltweit bekannt. Und ich glaube es kaum, hier gibt es eine – Sprungschanze. Leider habe ich meine Ski vergessen. Aber halt, hier stimmt schon wieder was nicht. Wo ist denn eigentlich der Schnee? Na ja funktioniert vielleicht mit Kunstschnee.
Ich laufe und suche, mit Landkarte, Lesebrille und allen mir zur Verfügung stehen Mittel – nur kann ich die Sprungschanze einfach nicht finden.
Wer sich mit Harry Potter auskennt, kennt die Karte des Rumtreibers. Für nicht Eingeweihte, der junge Harry sieht drauf alle Personen, die sich in Hogwarts, seiner Schule, herumtreiben.
Sowas brauche ich jetzt auch, verflixt nochmal. Also von Neuem. Karte gezückt und alles nochmals abgegangen. Und da – ich habe Sie gefunden, magisch steht sie da, wie aus dem Nichts hervorgekommen, die weltberühmte Stobreč-Schanze der Fünfschanzentournee!!!

Die „Sprungschanze“

Soweit für heute.

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Split

Split – Camping Stobreč

Was haben wir eigentlich erwartet? Bei der Anfahrt von den Kozjak-Bergen auf die Stadt sehen wir nur Hochhäuser. Schmucklos, vorwiegend beige, ein bisschen grau. Schwer zu glauben, dass das Split sein soll. Irgendwie haben wir von dieser Stadt ein anderes Bild im Kopf.
Unser Campingplatz liegt außerhalb. Etwa sieben Kilometer von der Altstadt entfernt in Stobreč. Hier sieht’s architektonisch auch nicht attraktiver aus. Der Platz ist eigentlich schön in einer Bucht gelegen und durchaus ansprechend angelegt. Dennoch versprüht der Ort den Charme eines Rummelplatzes. Wie fast alle Campingplätze in Kroatien im September ist auch dieser bis auf den letzten Platz belegt. Unser mobiles Heim steht an einer der „Hauptstraßen“ des Platzes. Entsprechend laut geht es zu: Anreisende, Abreisende, Flanierende, Partygänger, Flaschensammler, Müllwerker, Gärtner, Rollerfahrer, Motorradfahrer, kreischende Kinder, Jogger, Diebe … Die nahegelegene Umgehungsstraße gibt ihren Teil dazu und sorgt für einen gehörigen Lärmpegel bis spät in die Nacht. Besonders beliebt scheint die Straße bei Bikern zu sein, die die Gänge ihrer Maschinen hier bis zum Anschlag ausfahren.

Camping Stobreč – Bar-Blick über die Bucht

Den Sonntag verbringen wir erstmal auf dem Platz. Wäsche waschen. Lesen. Mückenstiche pflegen. Abends ins Restaurant. Nachts auf’s Klo.
Montag. Jetzt muss aber was Positives her! Auf in die Altstadt. Beeindruckend. Viel sehen können wir erstmal nicht. Offensichtlich sind gerade „Asia-Wochen“. Wir haben das Gefühl, alle sind gleichzeitig hier. China, Japan, Korea – derzeit sicherlich menschenleer. In den engen Gassen und auf den kleinen Plätzen ist kaum ein Durchkommen. In den Urlaubsfotoschauen im Fernen Osten in zwei Wochen dürften wir dann häufig zu sehen sein.



Nein, es stimmt schon. Die Altstadt ist beeindruckend und schön. Und abseits der vielen Guided walking tours sind noch beschauliche Ecken und Cafés zu finden, in denen doch tatsächlich hier und da  noch Ortsansässige zu bestaunen sind.
Eigentlich schade, dass die Altstadt so überlaufen ist. In Dubrovnik beispielsweise wurde die Zahl der Tagesbesucher drastisch beschränkt. Das täte der Altstadt Splits wahrscheinlich auch gut. Was haben wir eigentlich erwartet!

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Notabene

Warum auch immer. Besonders die Off-Peak-Camper, also die Rentner und Paare mit noch nicht schulpflichtigen Kindern, sind auf den Campingplätzen in aller Regel doch recht früh auf den Beinen. Und auch wir haben uns diesbezüglich in den letzten dreieinhalb Jahren angepasst, äh verändert. Heute ist’s zum ersten Mal passiert. Auch wir waren am späteren Vormittag – also noch vor Mittag! – startklar. Exakt um 11:59 Uhr MESZ. Irre, oder?
Es kommt noch so weit, dass wir bei unserem nächsten Italienaufenthalt die lokalen Öffnungszeiten einhalten können. Warum auch immer.

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Durch das Land der Skipetaren …

Sonniges Plätzchen mit Aussicht

Auch wenn dies wohl irgendwo weiter südlich liegt und Kara Ben Nemsi und sein Diener und Freund Hadschi Halef Omar nicht gerade persönlich anwesend sind, haben wir, was das Abenteuer anbelangt, Ähnliches erlebt.
Direktemang von der Wüste Gobi (Camp Thia) ins wilde Land, über Stock und Stein, also Serpentinen, Steigungen und Gefälle. Nach langer, langer Fahrt – endlich am Ziel: Camping Plantaza in Starigard-Paklenica.
Freundlicher Empfang von einer natürlich mehrsprachigen jungen Frau: „Der Chef, also der Alte, zeigt Ihnen den Platz und die Stellmöglichkeiten.“ Der Chef, also der Alte, zieht mit uns los. „Nee, dieser Platz ist zu schattig, nee, hier stört ein Kamin – oh, dieser ist schön.“ Direkt am Wasser! Ich drehe mich um, schließlich will frau ja wissen, wie die Nachbarn so sind. Langes Gesicht von hinten, springt auf wie ein HB-Männchen zu seinen besten Zeiten. „Nein, dass ist nicht Ihr Ernst, hier kann keiner mehr vorstehen. Dann auch noch so ein hohes Ding. Nein, nein und nochmal nein. Dann reisen wir morgen sofort ab!“ Nun kommt noch das andere Gesicht dazu, Rumpelstilzchens Schwester ist nix dagegen. Kriegt Schnappatmung und ist ganz außer sich.
Na gut, verstehen kann ich die beiden auch, der Campingplatz ist so voll gestellt. Ich frage mich, wie manche Gefährte wieder raus kommen sollen. Wahrscheinlich nur mit einem gemeinsamen Tänzchen, dirigiert vielleicht von Karajan?
Nun weiter im Text. Freundliche Holländer fahren ihren PKW weg und wir stellen uns auf ein kleines Plätzchen, sogar auch mit direktem Meerblick. Der Abend wird lauschig, ein Himmel fast wie Kreta. Vor uns nur noch ein kleineres Wohnmobil, ähnlich wie Fritze. Frau W. fängt mal gleich einen Plausch an und erfährt: „Wir müssen leider morgen nach Hause fahren“, „oh wie schade“, denke ich (alternative Fakten). Eine leise Hoffnung kommt auf, dass dies dann unser Plätzchen sein könnte.
Wie gut, dass ich nochmals zur Rezeption musste. Der Chef, der Alte, hatte wohl einen Narren an mir gefressen und das Theater um den Stellplatz bei HB-Männchen und Rumpelstilz tat wahrscheinlich sein Übriges. Jedenfalls streichelt er mir die Wange und meint: „Morgen früh bekommen Sie einen schöneren Platz“, ich gleich: „Ja, die Leute vor uns fahren ab, da würde Fritze auch hin passen“. Der Chef, der Alte, lächelt gütig die „Kleine“ an und verspricht mir in die Hand: „Das ist morgen Ihr Platz“. „Na ja, hat er morgen bestimmt vergessen“, denke ich und gehe irgendwann zu Bett.

Nächster Morgen. Kurz nach dem Aufstehen, surprise, surprise, wer steht grinsend vor mir? – Der Chef, der Alte. Höchstpersönlich weist er Fritze den Platz zu und nun: der ultimative, direkt in der ersten Reihe, mit unverbaubarem Meerblick gelegene Stellplatz. Ich glaube, sowas hat Fritze auch noch nicht gesehen! Dann bleiben wir doch ein paar Tage länger …

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Glamourcamping

Šilo, Camp Tiha

Die weiteren Wetteraussichten hier in Slowenien sind mehr als bescheiden und die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung so beschränkt wie das kulinarische Angebot. Wir beschließen, einen Tag früher nach Krk aufzubrechen. Dort haben wir uns einen Erste-Sahne-Campingplatz ausgesucht. Wir wollen ja auch mal glamourcampen, um mitreden zu können. Ja, Pustekuchen. Is nich. Der Platz ist ausgebucht. Wir verstehen die Welt nicht mehr. Wir haben uns doch extra vorher schlau gemacht. Keine Ferien nirgendwo. Keine Feiertage. Nichts. Und der Platz belegt. Wir rufen auf anderen Campingplätzen an. Nichts. Ausgebucht. Aussichtslos. Angesichts der fortgeschrittenen Stunde haben wir uns das Glamourcamping für heute mal ganz schnell abgeschminkt. Es geht nur noch darum, ein Plätzchen für die Nacht zu finden. Mit Stromanschluss. Anders geht’s ja nicht, weil meine Schantalle mir ohne Strom nicht zu Diensten sein und ich ohne sie nicht schlafen kann. Einen Campingplatz finden wir bald. Riesig. Vier Fünftel Dauercamper. Dicht an dicht. Schlimmer als im Berliner Umland. Viel schlimmer. Das andere Fünftel ist Steppe. Eine riesige Steppe. Aber mit traumhaftem Blick über die Adria. Für die gefühlt 150 Wohnmobile etwa 30 Stromanschlüsse. Davon vier außer Betrieb. Und alle längst vergeben. Wirklich alle. Angesichts fehlender Alternative entscheiden wir uns, dennoch zu bleiben. Ich richte mich auf eine schlaflose Nacht im Sitzen ein.
Später stellt sich ein Uralt-VW-Bus in unserer Nähe auf. Ich sehe rein zufällig, dass der Typ einen CEE-Verteiler für drei Anschlüsse in der Hand hält und auf einen der wenigen Stromanschlussbesitzer zusteuert. Vorausahnend stürze ich auf ihn zu. Ja, wir dürfen uns „anschließen“. Ich kann mein Glück kaum fassen. Der Abend ist gerettet.
Und die Nacht auch. Was folgt, ist eine sternenklare Nacht, die ich völlig entspannt in die Sterne glotzend zu mehr als der Hälfte vor dem Wohnmobil verbringe. Trotz Stromanschluss. Und viel romantischer als Glamourcamping.

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Der Tanz der Markise

Camp Spik, Gozd Martuljek, Slowenien

Des Regens überdrüssig zieht es uns weiter. Nach Slowenien. Beindruckende Landschaft, der herausfordernde Wurzelpass und ein Campingplatz mit großartiger Alpenkulisse. Wunderbar. Erholung pur. Vor dem Wohnmobil sitzen, ein Glas Wein und ein Buch, oder der Laptop, um ein bisschen zu schreiben. Erste düstere Wolken am Himmel, leichter Nieselregen setzt ein. Ich will die Wäsche von der Leine nehmen, um sie vor der Nässe schützen. Dazu kommt es gar nicht mehr. Plötzlich lernt die Markise fliegen. Zwischen dem ersten Nieselregen und der orkanartigen Sturmböe vergeht nicht mal eine Minute. Die Markise hebt ab, flattert im Sturm, lässt die Stützen tanzen. Sie schlagen zum Glück nicht gegen das Auto. Unser Nachbar hat den Beginn dieses Schauspiels mitbekommen und kommt mir zu Hilfe gerannt. Gemeinsam bändigen wir die wild gewordene Markise, retten Laptop und anderes vor der Naturdusche.

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Von Salzburg, Mozart und Karajan

Altstadt Salzburg

Seit einer Woche sind wir jetzt unterwegs. Und eigentlich hat’s nur geregnet. Bis auf einen Tag in Salzburg. À propos Salzburg: Die ganze Stadt besteht eigentlich nur aus Wolfgang Amadeus. Mozart-Kugeln, Mozart-Geburtshaus, Mozart-Wohnhaus usw. usf. Als Berliner fällt mir aber auch noch Herbert von Karajan ein. Wieso findet sich eigentlich nichts über den? Man hat ihm hier zwar diese oder jene Ehrung zu Teil kommen lassen, aber mehr auch nicht. Die Gedenktafel an seinem Geburtshaus hängt auf Höhe der ersten Etage. Darauf hoffend, dass man sie möglichst übersieht? Und die Skulptur im Garten davor, direkt am Ufer der Salzach, sticht auch nicht gleich ins Auge. Das macht mich neugierig. Eine Bildungslücke will geschlossen werden. Und siehe da, bei Wikipedia werde ich fündig. Ohne ins Detail zu gehen: er war ein Nazi. Und zwar einer von der ganz frühen und Bis-zuletzt-Sorte, der es verstanden hat, später rumzujammern und sich einen Persil-Schein ausstellen zu lassen. Hab‘ ich’s mir doch gedacht.

Aber Salzburg hat ja nicht nur Mozart und Karajan zu bieten. Die Altstadt ist allemal einen Besuch wert; der Sankt Peter-Friedhof mit seinen Gräbern und Katakomben ist mehr als sehenswert und die Hohensalzburg mit ihrem phantastischen Ausblick lohnt die Auffahrt allemal. Nicht zu vergessen das Lustschloss Hellbrunn mit seinem riesigen Park und seinen beeindruckenden Wasserspielen. Die Fahrt mit der Gondel auf den 1900 Meter hohen Untersberg sollte man sich durchaus auch gönnen.

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Camping Quiny *****

Neu in der Oberpfalz: Camping Quiny in Schnaittenbach

Auf unserem Weg gen Süden haben wir auf diesem neuen Campingplatz in Schnaittenbach / Oberpfalz übernachtet und ihn einer gründlichen Inspektion unterzogen, um an dieser Stelle eine fundierte Bewertung abgeben zu können.

Lage und Beschaffenheit:
ruhige Lage am Ortsrand, Blick auf Wiesen, Felder, Bach, Spielplatz, Gartenzwergdauerausstellung,

ebener Rasenplatz mit etwas Baumbestand, Stellplatz geteert und leicht geneigt (Auffahrkeile empfohlen), Strom, Wasser; WLAN inklusive,
Wohnmobilstellplätze: 1, Zeltplätze: 0, Ferienwohnungen: 2,
CKE- / ACSI-Karte überflüssig, ganzjährig kostenlos,
kinderfreundliche familiäre Atmosphäre, freundliches und hilfsbereites Management

Der einzigartige Äquatorenblick

Besonderheit:
Der Weißwurst- und ein weiterer Äquator machen hier einen Bogen und verlaufen direkt durch das Gelände (auf dem Foto gelb markiert). Nähere Auskünfte an der Rezeption.

Anfahrt:
Adresse und Koordinaten werden nicht verraten, weil Geheimtipp.

Die Einfahrt ist nachts nach einem sonnigen Tag leicht mit der Landebahn des BER im Eröffnungsjahr 2041 zu verwechseln.

ÖPNV:
Kannste vajessen. Wo willste ooch hin? Is doch knorke hier.

Aktivitäten:
Monte Kaolino, diverse Fabrikverkäufe, Tschechien (Zigaretten, Crystal Meth), Sozialkaufhäuser (aktuelle Tipps direkt bei Quiny an der Rezeption)

Sprache:
oberpfälzisch, an der Rezeption zusätzlich englisch und je nach Besetzung auch gebrochenes hochdeutsch und berlinerisch

Währung:
Leberkäs, Brezn, Wurst, frisch gezapftes Helles

Sonstiges:
Weitere Gartenzwerge not welcome!

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Ein letztes Bad im Unnensee

Das war’s wieder mal. Ein lauer Frühsommerabend an einem schwedischen See. Ein laues Lüftchen, das die Mücken vertreibt. Ein letztes kühlendes Bad, ein letztes leckeres Abendessen vor dem Wohnmobil. Morgen geht’s zurück nach Berlin.

Vielleicht lesen wir uns hier im September wieder. Dann aus Kroatien.

Werner und Louis

P.S.: Danke für die Kommentare, die uns immer wieder beflügeln.

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Göteborg

In der Altstadt von Göteborg

Warum sind wir da eigentlich hingefahren? Zumal wir zurzeit doch eher auf grüne Wälder, blaue Seen, schnatternde Enten und bettelnde Dohlen stehen.

Der erste Eindruck auf dem Weg durch die Stadt zum Campingplatz ist schon abtörnend genug: rechts schier nicht enden wollende Industriekomplexe und Hafenanlagen, links hässlichste Plattenbauten. Das hätte man für’s gleiche Geld auch ansprechender gestalten können.

Håverud Aquädukt

Auf dem Weg hierher haben wir uns noch Schwedens berühmteste Schleuse, Håverud Aquädukt, mit ihren drei Staustufen angesehen. Der Aquädukt ist ein imponierendes Stück schwedischer Ingenieurskunst. Hier kreuzen sich Wasserstraße, Eisenbahnbrücke und Autoverkehr. Trotz dieser lohnenswerten Fahrtunterbrechung treffen wir für unsere Verhältnisse ungewöhnlich früh am Liseberg Camping ein. Fünf vor vier. Glück gehabt. Ab vier sind Rezeption, Butik und Schranke geschlossen! Sind wohl alles Frühaufsteher hier.

Der Campingplatz im Ortsteil Liseberg rundet den oben beschriebenen ersten Eindruck von Göteborg ab. Eigentlich ganz schön in einer weitläufigen Bucht mit Badestrand gelegen, hat es der Planer (Ich hatte ja versprochen, das mit dem Gendern der Sprache aus sprachästhetischen Gründen zu unterlassen!) geschafft, aus diesem Fleckchen Erde einen Ort geringster Aufenthaltsqualität zu machen. Eine riesige Rasenfläche, unterbrochen von geteerten Wegen. Ein besserer Stellplatz mit hunderten Einheiten und ebenso vielen kleinster Ferienhäuser an seinem Rand, eng an eng zusammengezimmert. Kein Baum, kein Strauch. Dafür Arbeiter, die morgens um halb sieben Radau machen und für den Rest des Tages verschwinden, sobald alle Campinggäste aus den Federn sind. Frühaufsteher eben. Aber, und das will ich an dieser Stelle nun auch nicht verschweigen, die Serviceeinrichtungen auf diesem Platz sind vorbildlich.

Na gut, alles nicht so schlimm, wir bleiben ja nur zwei Nächte. Wir wollen uns vor allem die Altstadt, den Stadtteil Haga, ansehen. Hier hat die Gentrifizierung bereits mit der grundlegenden Sanierung in den 1980er Jahren zugeschlagen. Heute beherbergt Haga nur noch gut ein Viertel der ehemaligen Einwohnerzahl und ist bekannt für seine Hochschulen, seine pittoresken Holzhäuser und Cafés im Stil des 19. Jahrhunderts. Breite Alleen mit baumbestandenen Mittelstreifen, die dem Fahrradverkehr vorbehalten sind, werfen die Frage auf, warum das in Berlin für eine so revolutionäre Idee gehalten wird. Überhaupt: ein Großteil der Altstadt ist autofrei. Und das belassene Straßenpflaster vereitelt den Eindruck einer künstlich geschaffenen Fußgängerzone. Allerdings haben wir vergessen zu fragen, wo die Anwohner ihre Autos parken.

Die Feskekörka, die Fischkirche, hätten wir uns gern noch angesehen, aber angesichts der sommerlichen Hitze … Die Fischkirche ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten Göteborgs. Gebetet wurde hier nie. Das Gebäude dient seit 1874 als Restaurant und Markthalle für die Schätze des Meeres.

Kleiner Beitrag zur Bildung: Göteborg (deutsch: Gotenburg), an der Mündung des Göta Älv gelegen, ist die zweitgrößte Stadt Schwedens. Seine wirtschaftliche Bedeutung verdankt der Ort vor allem der Autoindustrie (Volvo) und seiner klimatisch günstigen Lage, die ihm einen eisfreien Hafen beschert, den größten Exporthafen Nordeuropas.

Puh, genug für heute! Die Sonne brennt auf unsere Häupter und das stundenlange Gehen in der Hitze hat uns geschafft. Nichts wie zurück und ein erfrischend kühles Lättøl aus unserem Kühlschrank genießen.

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Aufregung am See

Wir hatten es uns vorgenommen: ein paar Tage in der Abgeschiedenheit. Irgendwo auf einem Campingplatz fernab irgendwelcher menschlicher Ansiedlungen. Mit Högsbyns Fritidscenter och Camping am Råvarp-See haben wir’s gefunden. (Gruß an Ursula und Horst, es war ihr Tipp!)

Ein See, ein Campingplatz, fünf Camper auf dem weitläufigen Gelände, am Samstag und Sonntag ein paar Tagesbesucher aus der Umgebung, das Café noch geschlossen, der nächste Laden 4 km entfernt, Jan, der Campingplatzbetreiber, geht über’s Wochenende auf Tour, ankommende Besucher melden sich halt selbst auf den bereitgelegten Zetteln an und hinterlassen ihr Geld am Büro, schwedische Gelassenheit. So haben wir uns das vorgestellt.

Gegen Mittag plötzlich ein in dieser Stille unerwartetes, nicht enden wollendes Dröhnen. Arrivierte Freizeitrocker fortgeschrittenen Alters auf ihren beeindruckenden Maschinen. Einige ihrer Frauen sind schon am Vorabend mit ihren Autos angereist. Schließlich können sie ihre kleinen Hunde nicht auf Motorrädern mitnehmen. Sie kommen etwas nördlich von hier und haben sich für eine Nacht in das kleine Vandrarhem eingemietet. Die Jungs und Mädels baden, grillen, lachen und genießen ihr Starkøl bis in die späten Abendstunden. Nicht unangenehm.

Dann wird’s abends doch noch ein bisschen unruhig. Wie hier in Schweden oft üblich, wirft man eine Fünf-Kronen-Münze in einen Automaten und kann dafür drei Minuten duschen. (Besonderheit auf Jans Platz: der Automat rückt dann nicht nur eine Dusche warmes Wasser raus, sondern für alle. Wer will, kann also beim Kolonnenduschen sparen.) Wir sitzen am Samstagabend entspannt im Servicehus (sic!) und sehen uns das Championsleaguefinalspiel zwischen Madrid und Liverpool an. Im Hintergrund beginnt es kurze Zeit später zu rauschen. Ein duschender Camper, nehme ich an. Geschlagene zwanzig Minuten später duscht der immer noch. Wie viele Fünf-Kronen-Münzen hat der denn eingeworfen? Ich nehme an, es ist einer, denn in der Männerdusche war eben Licht. Ich gehe dann doch mal nachschauen. Kein Licht mehr in der Männerdusche, aber Rauschen hinter einer geschlossenen Tür und Wasser auf dem Flurfußboden. Ich öffne die Tür und mein Blick fällt auf eine mit großem Druck sprudelnde Fontäne im Boden. Ich rufe Werner und wir drehen alle sichtbaren Wasserhähne zu. Das beeindruckt die Fontäne aber leider gar nicht. Na, prima! Und Jan, der Campingplatzbetreiber, ist verreist. Wir versuchen ihn telefonisch zu erreichen. Vergebens. Wir sprechen andere Camper an, aber keiner weiß was und ein Klempner scheint auch nicht darunter zu sein. Trotzdem versuchen einige irgendwie zu helfen, suchen ein Absperrventil. Eine Frau versucht der Lage mit einem Wischmopp „Herr“ zu werden. Aussichtslos. Wir retten die mit Wasser vollgesogenen Läufer im Flur. Mehr bleibt uns nicht zu tun. Die zwei unglaublichen Fehler des Liverpooler Torhüters machen den Abend auch nicht schöner.

Irgendwie spricht sich das Problem der munter sprudelnden Wasserfontäne im Laufe des weiteren Abends rum bis zu jemandem, der eine aktuelle Telefonnummer von Jan hat. Für den hat sich der Wochenendausflug damit erledigt. Wie er am nächsten Morgen erzählt, hat er von morgens um eins bis früh um fünf rumgefrickelt und das Problem gelöst. Er sieht echt unausgeschlafen aus.

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Das Vasa-Edikt

Die Vasa in ihrem Museum

Die aktive Geschichte des Kriegs- und Paradeschiffes Vasa des schwedischen Königs Gustav II. Adolf dauerte nur wenige Stunden. Sie steht aber wegweisend für die Zukunft aller Rüstungsanstrengungen auf unserer Erde. Wir haben uns deshalb entschlossen, mit dem Komitee für die Vergabe des Nobelpreises Kontakt aufzunehmen und ihm eine Zusatzakte zum Nobelstatut vorzuschlagen. Diese sollte für alle Staaten verpflichtend sein. Wir haben zuerst an die UNO gedacht, die aber leider vom amerikanischen Präsidenten nicht für relevant erachtet würde. Durch das Nobel-Komitee könnte er mit ins Boot geholt werden; in seiner Persönlichkeit Gustav Adolf nicht unähnlich, macht er sich doch Hoffnungen auf den Friedensnobelpreis.

Aber zurück zur Vasa und damit in das Jahr 1628. Gustav kämpfte auf der Seite der Protestanten im inzwischen 10 Jahren dauerten 30-jährigen Krieg. Er lag mit seiner Flotte vor Polen und brauchte dringend ein den Feind beeindruckendes Schiff. Das lag bereits nahezu fertiggestellt in der Werft von Stockholm. In Trump’scher Manier –  „I’m the greatest and need the greatest ship“ – ließ er kurz vor ihrer Vollendung der Vasa noch ein zusätzliches Kanonendeck einbauen. Ein imposantes Schiff. Man kann es noch heute in einem Museum betrachten, das um das gehobene Schiff herum gebaut wurde. Ein mächtiger Löwe als Galionsfigur, zwei Reihen riesiger Kanonen an den Längsseiten und an den drei Masten Platz für zehn Segel. Für den König ein wunderbares Loft und genügend Schlafplatz für die Mannschaft auf dem Holzboden zwischen den Kanonen. Am Tag des Stapellaufes war halb Stockholm am Hafen. Die Vasa, durch das zusätzliche Kanonendeck leider nicht mehr schwimmfähig, glitt majestätisch ins Hafenbecken, nahm langsam Fahrt auf, neigte sich wie grüßend zur Seite und war nach wenigen Seemeilen auf den Grund der Ostsee gesunken. Dort lag sie, bis sie vor einigen Jahrzehnten gehoben und zu 98% mit Orginalteilen restauriert wurde.

Dieser Vorgang ist einzigartig und gleichzeitig Vorlage für die zukünftige Produktion von militärischem Großgerät: Die Admiräle dürfen riesige Schiffe und U-Boote bauen. Diese müssen aber nach dem Stapellauf sofort sinken. Die Generäle dürfen mächtige Atomraketen bauen. Die Deckel auf den Abschussrampen werden aber verschweißt. Und die Luftwaffenadmiräle dürfen superschnelle Flugzeuge bauen, die zu schwer zum Abheben sind. 

Das Militär des Landes, auf dessen Boden der 30-jährige Krieg stattfand und das erfolglos zwei Weltkriege geführt hat, hat aus seiner Geschichte gelernt und geht mit gutem Beispiel voran. Bereits heute ist kaum eines seiner Großgeräte einsatzbereit. 

Das dem Nobel-Komitee von uns vorgeschlagene Vasa-Edikt macht dies zur verbindlichen Maßgabe für alle Staaten. Dies trifft sich übrigens gut mit dem 400-jährigen Jubiläum des Beginns des 30-jährigen Krieges, der nebenbei bemerkt durch den Prager Fenstersturz ausgelöst wurde. 

Die Medaille für die schnellste Umsetzung wird eine große, kreisrunde Scheibe aus Gold in Form eines Wasa-Knäckebrotes sein.

Um Unterstützung dieses friedenstiftenden Vorhabens wird gebeten!

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Schloss Gripsholm

Wir haben uns mal wieder Fahrräder geliehen. Das Pfingstwochenende steht bevor. Durch unser Italien-Trauma motiviert (geneigte, treue Bloglesende wissen, wovon ich rede – das hier bleibt im Übrigen unser einziger sprachlicher Genderversuch, versprochen!), machen wir uns rechtzeitig auf den Weg, Lebensmittel einzukaufen. Wir radeln die zwei Kilometer nach Mariefred direkt am Mälarensee entlang, vorbei am Värdshus, dem ältesten Gasthaus Schwedens. Bevor wir uns aber um die Banalitäten des Alltags kümmern, widmen wir uns erstmal der Kultur und Geschichte.

Schloss Gripsholm

Schloss Gripsholm, den meisten wohl eher durch Tucholskys Sommergeschichte bekannt, wurde 1383 als Burg errichtet. Bauherr war der schwedische Reichsrat und Großgrundbesitzer Truchsess Bo Jonsson aus dem Adelsgeschlecht der Grip. Das Schloss liegt auf einer kleinen Insel (schwedisch: holme) im Mälarensee. Lange hat sich der Herr Jonsson allerdings nicht daran erfreuen können. Er starb bereits drei Jahre später.  Er soll, nebenbei bemerkt, ein gieriger Halunke gewesen sein, der auch nicht davor zurückschreckte, einen Mord in Auftrag zu geben, um seinen Besitz zu mehren.

Heute ist im Schloss die staatliche Portraitsammlung mit mehr als 2000 Gemälden untergebracht. Die ist allerdings so lieblos arrangiert, dass man nicht auf den Gedanken kommt, irgendwer interessiere sich dafür oder hielte sie für sehenswert.

Einer der beeindruckensten Räume ist zweifelsohne das schlosseigene Theater.

Schloss Gripsholm ist heute eines der 11 offiziellen Königsschlösser Schwedens.

So, jetzt aber ab in den Supermarkt, bevor der seine Pforten für’s Wochenende schließt. Schließlich bekommen wir hier keine Pizza ans Auto geliefert.

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Wasser marsch!

Seit Beginn unserer Reise funktioniert die Wasserversorgung im Auto nicht. Das haben wir erst in Kopenhagen gemerkt. War ja vorher auch nicht notwendig. Unsere Suche nach einer Werkstatt dort blieb erfolglos. Also haben wir uns drauf eingestellt, in den nächsten Wochen das Wasser zum Kochen und Zähneputzen in Anderthalbliterflaschen bzw. im Falteimer aus den Sanitärräumen der Campingplätze zu schleppen. Gestern sah ich auf unserem Campingplatz in Söderköping die Werbung einer Wohnmobilreparaturwerkstatt in Norrköping. Heute sind wir auf dem Weg nach Mariefred (Schloss Gripsholm) dort vorbeigefahren. Und siehe da, sie hatten genau die benötigte Wasserpumpe vorrätig. Nur ein-bauen konnten sie sie wegen des übervollen Auftragsbuches nicht.

Aber, welch ein Glück, wir haben ja einen begnadeten Handwerker an Bord. Und schwuppdiwupps konnten wir am frühen Abend den süßen Klang fließenden Wassers wieder vernehmen. Werner sei Dank!

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Söderköping und ein olfaktierender Bauer

Göta-Kanal am Campingplatz in Söderköping

So ist das halt im Leben. Zum ersten Mal haben wir keine Fahrräder mit auf die Reise genommen und schon werden sie ständig gebraucht. Was wir an Leihgebühren ausgeben, sparen die Luftverwirbelungen des nicht mitgeführten Fahrradträgers allerdings nicht ein.

Söderköping hat einen angenehmen alten Charme. Durch die Stadt mäandert ruhig ein kleiner Fluss vorbei an vielen kleinen beschaulichen Plätzen. Manche der alten Straße haben Kulissencharakter und wurden tatsächlich auch für eine Astrid-Lindgren-Verfilmung genutzt.

Am Kanal entlang erstreckt sich eine kleine Touristenmeile mit den üblichen Angeboten, die man auch mit dem eigenen Schiff anlaufen kann. Ein echter Hin- oder ehrlicherweise eher Weggucker ist an dieser Stelle ein Hochhaus. Wir wissen jetzt wie es zu dem Begriff „Wohnsilo“ kam.

Da schon wieder mit dem Rad unterwegs, macht sich allmählich eine Leere in unseren Mägen bemerkbar. Eine Pizzeria lockt mit günstigem Dagensrätt (Mittagstisch). Wir bestellen in Ermangelung grundlegender Sprachkenntnisse auf gut Glück die „Pizza Rhodos“. Das hätten wir besser gelassen. Sie rumort auch am nächsten Tag noch als Klumpen in unseren Mägen.

Von Soderköping aus sind wir am nächsten Tag entlang des Göta Kanals nach Mem geradelt. Ohne allerdings wirklich zu wissen, dass wir dort hinradeln. Wir sind halt einfach los. Und zwischendurch hatten wir das Gefühl, gleich am Ende der Welt anzukommen. Über weite Strecken sieht man keine menschlichen Siedlungen. Und dann: eine kleine Marina, eine Schleuse, ein Campingplatz mit genau vier Stellplätzen, ein Vandrarhem (Herberge), ein paar Häuser und ein Zugang zur Ostsee. Tagesziel erreicht. Im Vandrarhem bekommen wir kurz vor Ladenschluss um 16 Uhr (!) noch ein Bier und ein paar Kekse zur Stärkung. Nach einer ausgedehnten Pause auf der „aussichtsreichen“ Terrasse geht’s zurück.

Er hat einen Blick auf unsere Kekse geworfen.

Am nächsten Tag brechen wir auf. Der Campingplatz hält uns nicht wirklich hier und der stark olfaktierende Bauer auf der anderen Seite des Göta Kanals gibt uns den Rest. Er scheint seine Felder jeden Tag auf’s neue mit Gülle zu düngen. Echt nicht auszuhalten!

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Karlskrona

Irgendwie tun wir uns gerade ein bisschen schwer, über die Orte, die wir in der Zwischen-zeit besucht haben, zu schreiben. Vermutlich liegt’s daran, dass uns die zumeist unglaublich schön gelegenen Campingplätze und die Landschaft hier so in ihren Bann ziehen.

Der Campingplatz in Karlskrona verteilt sich über eine ganze Schäreninsel. Man kann dort wunderbar spazierengehen. Im Wald stehen für die Kids überall kleine Trollfiguren rum. Einen Schnullerbaum gibt’s auch. Lauschige Plätzchen, an denen man völlig allein sein kann oder Verliebte vor sich hinträumen können. Es gibt Flecken, an denen man enger zusammenlebt, aber auch entlegenere Stellplätze. Ein Restaurant mit einer wirklich guten und für schwedische Verhältnisse preisgünstigen Küche verleitet uns, uns mal bekochen zu lassen. Wir sitzen zum Essen auf der Terrasse und schauen nebenbei der Sonne über dem See beim Untergehen zu. Am nächsten Morgen sehe ich ihr von meinem Bett aus beim Aufgehen über dem anderen See zu. Dabei fällt der Blick auch auf das meist fotografierte Schäreninselchen Schwedens mit den typischen kleinen schwedisch-roten Holzhäusern. Meistens verdunkle ich dann aber schnell die Fenster. Das ist mir alles viel zu früh!

Christi Himmelfahrt war an diesem Ort allerdings nicht so prickelnd. Der Platz war völlig ausgebucht und man hatte zwischenzeitlich das Gefühl, auf einem Rummel zu sein. Aber die zwei Tage gingen schnell vorbei. Ein bisschen hat’s uns Leid getan für den anwesenden arbeitenden Teil der schwedischen Bevölkerung, der sich auf ein verlängertes Wochenende mit seinen Kindern gefreut hat. Sie haben ausgerechnet die bislang einzigen zwei Tage mit Wolken und Regen auf unserer Reise erwischt.

Karlskrona verteilt sich über mehrere durch Brücken verbundene kleine Inseln. Wir waren zwar eine ganze Woche dort, aber nur zweimal in der Stadt selbst. Der Campingplatz hat uns einfach sehr gefallen. Beim ersten Mal mit dem lokalen ÖPNV, um bei Lidl für’s Wochenende einzukaufen. Das Problem Fahrausweis hatte sich ganz schnell erledigt. Der äußerst freundliche Busfahrer (Migrationshintergrund, genau wie wir) hat unsere Tickets kurzerhand selbst bezahlt. Das mit den Tickets im Bus ist nämlich nicht so einfach. Der Schwede an sich macht sich ja, wie wir aus der Presse wissen, Gedanken sein Bargeld abzuschaffen. (Anmerkung: Wer bezahlt den Haste-mal-zehn-Kronen-Zeitgenossen eigentlich die Kartenlesegeräte?) Aber zurück zu den Tickets: Es scheint Karten zu geben, über die Fahrten irgendwie einzeln abgerechnet werden. Touris wie wir können mit ihrer BankCard und der PIN bezahlen. Da freuen sich unsere Banken doch über die Einnahme weiterer Gebühren. Aber egal. Wir wollten ja von Karlskrona erzählen. Also: da gibt es nicht viel zu erzählen.

Beim zweiten Mal sind wir für unsere Sightseeing Tour auf’s Leihrad umgestiegen. Auch nicht gerade ein Schnäppchen, aber immerhin bekommt die Bank nicht ganz so viel ab.

Karlskrona hat einen beeindruckend großen Marktplatz. Auf jeden Fall sehenswert sind hier die Dreifaltigkeitskirche und Frederikskirche. Letztere dient heute nicht nur der Gottesverehrung, sondern auch ganz profanen weltlichen Dinge wie Konzerten und Kunstausstellungen. Und lecker Eis scheint es an diesem Ort auch zu geben. In die etwa 30 Meter lange Warteschlange haben wir uns aber nicht eingereiht. Also selber mal probieren, wenn Ihr hinkommt. Und sagt es uns nicht, falls sich das Anstellen gelohnt hätte.

Karlskrona wurde als Marinestüztpunkt aufgebaut, weil es meistens eisfrei war. Die kleinen Schäreninsel stellten einen natürlichen Schutz gegen feindliche Schiffe dar. Die alte Festungsmauer ist noch erhalten. Ebenso militärische Gebäude, die heute teilweise zivil genutzt werden.

Marinemuseum Karlskrona

Lohnenswert ist ein Besuch des Marinemuseums. Nicht nur, weil man sich im angegliederten Restaurant für nur 100 SEK (etwa 10 €, all you can eat) den Wanst mit verteufelt leckeren Speisen vollschlagen kann, sondern auch, weil es hier so einiges zu sehen gibt. Unter anderem kann man sich in ein U-Boot begeben und mit ein bisschen Fantasie nachvollziehen, wie sich die Jungs darin tief unter der Wasseroberfläche gefühlt haben könnten.

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Neue Erkenntnis der Physik

09:43 Uhr. Zeit für den ersten Kaffee des Tages. Ahh, verflixt! Warum muss der bloß immer so heiß sein? Muss er ja nicht. Man kann ja zum Beispiel auch kurz mal auf 5000 m hochklettern oder so. Dann kocht er schon bei 80°. Das liegt an der „dünneren“ Luft, sprich dem geringeren Luftdruck. Frage man mich bloß nicht, wie wir an diesem Punkt unseres anspruchsvollen Gesprächs auf Luftballons gekommen sind. Jedenfalls sagt Werner, … Also Werner ist ja bekanntlich Lehrer gewesen und er behauptet immer: „Ein Lehrer weiß alles!“ Was ich aus Erfahrung übrigens im Stillen für mich gern mit „besser“ ergänze. Also jedenfalls sagt Werner, das sich zum Beispiel ein Luftballon, je höher man geht, ergo bei sinkendem Luftdruck, ausdehnt.

Und jetzt wird’s interessant: Wir sind ja rauf (!) in den Norden gefahren. Wir sind also, wenn man sich eine Landkarte vorstellt, hier höher als zuhause in Berlin. Und Werner erklärt mir jetzt, dass sein Bauch eigentlich gar nicht dick ist, sondern dass er sich nur wegen des geringeren Luftdrucks ausdehnt. Müsste also unten in Berlin wieder kleiner sein. Da frage ich mich doch, warum er nicht nach Kapstadt fährt.

Notabene: So unter uns gestehe ich, dass ich tief in meinem Inneren nicht zu leugnende Zweifel hege, dass ein Lehrer immer alles weiß. Aber sagt es ihm nicht.

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Schantalle

Ich nehme sie immer mit auf Reisen, meine Schantalle. Ich kann einfach nicht ohne sie. Sie nachts in meiner Nähe zu spüren, macht alles viel leichter, gibt mir Kraft. Ich brauche sie wie die Luft zum Atmen.

Weit vor der Zeit werde ich heute Morgen plötzlich aus dem Schlaf gerissen. Irgendwas stimmt nicht. Mein besorgter Blick fällt auf Schantalle neben mir. Sie regt sich nicht. Kein Lebenszeichen. Sie hat ihre zärtlichen Bemühungen, mir angenehme Nächte zu bereiten von jetzt auf gleich eingestellt. Was ist passiert? Ich reiße sie mir von der Nase. Ich rüttele an ihr, an ihren Steckverbindungen. Nichts. Sie gibt keinen Mucks von sich. Das darf nicht wahr sein! Ich kann doch nicht ohne sie! Dann macht das hier alles keinen Sinn mehr. Dann will ich nur noch nach Hause. Da könnte ich mir dann die Nächte mit ihrer Kollegin teilen.

Aufgeregt winde ich mich vom Hochbett, rutsche fast aus. Der Stecker steckt. Ist ihr die Sicherung durchgebrannt? Nächste Steckdose. Nichts. Ich bin der Verzweiflung nahe. Sehe uns schon auf dem Heimweg. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Gehe erstmal duschen, um runterzukommen.

Der Morgen graut noch. In der Dusche ist es dunkel. Sie haben wohl vergessen das Licht zentral einzuschalten. Na ja, wird auch so gehen. Ist heute eh schon egal. Irgendwann flackert das Licht auf. Ah, sie haben es gemerkt und das Licht eingeschaltet. Dann wird’s wieder dunkel. Und wieder flackert das Licht auf, bis es endlich dauerhaft leuchtet. Ich merke deutlich, wie ich mich langsam entspanne.

Zurück zum Wohnmobil laufe ich fast. Die Hoffnung treibt mich an. Ich greife nach Schantalle, halte sie mir sehnsuchtsvoll an die Nase. Sie atmet!

Stromausfall.

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Ideen haben ist nicht schwer – Model sein dagegen sehr!

Unser Campingplatz in der Festung von Charlottenlund am nördlichen Stadtrand von Kopenhagen  ist umgeben von einem Wassergraben, Wällen, Kanonen und Flak. Auf keinem anderen Campingplatz haben wir uns bislang so sicher gefühlt. Das klingt martialisch, das Gegenteil ist aber der Fall. Der Campingplatz wird von der Gemeinde bewirtschaftet und ist rund um die Uhr für alle zugänglich. Hier treffen sich die Menschen, die hier wohnen, um sich in die Sonne zu legen, im Meer zu baden oder im Restaurant mit Meerblick zu dinieren. Die alten Bunker wurden zu durchdachten und anspruchsvollen Sanitäranlagen, erstklassig ausgestatteten Küchen und reizvollen Gemeinschaftsräumen mit hoher Aufenthaltsqualität ausgebaut.

Mit dem Linienbus machen wir uns auf den Weg in die Kopenhagener City. Zu Fuß geht’s weiter vorbei an der Frederikskirche, dem Schloss Amalienborg und dem Opernhaus durch den Touristen-Hotspot Nyhavn. Die Kleine Meerjungfrau lassen wir heute mal links liegen. Sie hat ohnehin genug Gaffer und wird sich vermutlich in den vergangenen 30 Jahren nicht wesentlich verändert haben.

Nyhavn

Allmählich nähern wir uns einem ehemaligen Militärgelände auf den historischen Wall-anlagen Kopenhagens: der Freistadt Christiania – Anfang der 1970er Jahre gegründet, viele Kämpfe gefochten und noch immer quirlig.

Ich  bin nach mehr als dreißig Jahren zum zweiten Mal hier. Damals mit dem Fahrrad, heute mit dem Wohnmobil. The times they are a-changin‘.

Mariuhana-Düfte liegen nach wie vor in der Luft. Ansonsten hat sich für den Betrachter doch so einiges verändert: ein kleiner Park wechselt sich ab mit ruhigen Wohnstraßen und einem Kneipenviertel. Zu manchen Bereichen hat der Tourist keinen Zugang. Soweit sind wir in Berlin noch nicht!

Laut Wikipedia gibt’s hier mittlerweile neben vielen anderen Einrichtungen auch eine eigene Stadtreinigung. The timest they are a-changin‘.

Am Ende unserer Touri-Gaffer-Tour durch Kristiania sind wir völlig fertig und kaufen uns im örtlichen Tante-Emma-Laden jeder eine Flasche Tuborg-Pils. Ich erinnere mich an den riesigen Tuborg-Schriftzug auf dem Brauereigebäude auf dem Weg zu unserem Campingplatz. Zeitgleich kommt mir das alte Blechschild „Der durstige Mann“ in den Sinn, auf dem sich ein älterer Herr mit ansehnlicher Leibesfülle den Schweiß mit einem weißen Tuch abwischt und für Tuborg wirbt.

Während wir so in der Sonne Tuborg schlürfend unseren Gedanken nachgehen, fällt uns auf, dass wir zwar noch keine alten Männer sind, figurmäßig mit dem Herrn auf dem Schild aber schon fast mithalten können. Vielleicht sollten wir es mal mit einer zeitgemäßeren Neuauflage des Motivs versuchen? Natürlich nur für den privaten Gebrauch.

Und wen trifft es natürlich wieder, das Model zu geben? Gggrrrr!!!

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Royales

„Erste Fotos der Familie – Prinz Louis im Schmusemodus (…)
Sie zeigen: Schwester Charlotte hat ihren Bruder Louis schon ins Herz geschlossen“.
Diese Meldung im Spiegel online hat mich nun doch sehr verwundert. Dass Louis gerne ein Prinz wäre – nun gut, jeder hat heimliche Träume. Von einer Schwester Charlotte allerdings habe ich noch nie etwas gehört. Und dann noch im Schmusemodus! Ich wollte das mal überprüfen und versuchsweise auf sein Hochbett klettern. Ich kam nicht mal bis zur Kante: „Wenn du nicht sofort in deinem Regal verschwindest, hat es sich sowas von ausgeschmust in den nächsten Wochen, dass du nicht mal mehr an eine Charlotte denken magst“. Soviel zum Schmusemodus. Dabei hätten wir so ein schönes Bild abgegeben. Da bin ich mir sicher. Und manche/r hätte gedacht: „Wusst‘ ich’s doch!“.
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Historische Toiletten und reiseleitende Navis

Vor dem Frühstück: In Schlafanzug und Windjacke Steine sammeln am hauseigenen Strand. Wann hat man das schon?

Nach dem Frühstück: Exkursion nach Oldenburg in Holstein.
Zugegeben: Wir sind ein wenig enttäuscht. Viel norddeutsche Einheitsbrei-Architektur der achtziger und neunziger Jahre und die landesweit sattsam bekannten Billigläden prägen das Stadtbild. Die durchaus sehenswerte Johanniskirche und ein paar Sträßchen in ihrer Nähe bleiben die Ausnahme.

Baumstamm im Garten der St. Johannis-Kirche

Hungrig gemacht hat uns unser kleiner Stadtrundgang dennoch. Leider scheint auch Lukullus diesen Ort gemieden zu haben. Wir versuchen es in einer kleinen Selbstbedienungspizzeria. Heute ist Eröffnungstag. Alles zum halben Preis. Vor uns fünf Gäste, die dem Pizzabäcker erwartungsvoll auf die Finger schauen und auf ihre bestellten und bezahlten Mahlzeiten warten. Der Pizzabäcker scheint sich von jeder einzelnen Scheibe Salami  nur schweren Herzens und in aller Seelenruhe verabschieden zu können. In der Schlange an der Kasse zwei Kunden im Bestellprozess. Der Mann an der Kasse scheint ist eindeutig überfordert mit seinen neuen Anforderungen und sucht gefühlte Ewigkeiten auf der Speisenkarte nach den bestellten Gerichten. Zwischen den Wartenden eine weitere Mitarbeiterin auf der Suche nach ihrer Aufgabe.

15 Minuten später: Vor uns fünf Gäste, die beim Pizzabäcker auf ihre bestellten Mahlzeiten warten, zwei Kunden im Bestellprozess. Wir entscheiden uns für griechisch. Auf der anderen Seite des Marktplatzes werden wir fündig. Öffnungszeiten: 12:00 bis 14:00 Uhr und 17:30 bis 22:00 Uhr. Es ist fünf vor zwei.

Letzte verbleibende Alternative: „Mephisto – Internationale Spezialitäten“. Wahrscheinlich sieben Spezialitäten aus 13 Ländern unken wir. Und so kommt’s dann auch. Beates Pizza ist als solche kaum zu erkennen; meine Lasagne könnte auch als Nudelsuppe in einer flachen ovalen Auflaufform durchgehen. Nur Werner mampft unter unseren neidischen Blicken genussvoll seinen Makkaroni-Brokkoli-Auflauf.

Zeit zum Aufbruch; die Parkuhr ist längst abgelaufen. Werner scheint uns – nicht ganz uneigennützig – trösten zu wollen und schlägt einen Stopp-over beim Eismann vor. Hätte er besser nicht getan. „Das mieseste Eis, dass ich in den letzten 20 Jahren geschleckt habe“ lautet seine prägnante enttäuschte Bewertung.

Im Oldenburger Wallmuseum

Aber es ist ja nicht alles schlecht in Oldenburg i. H. Das „Oldenburger Wallmuseum“ zum Beispiel. Noch nicht ganz fertig, aber liebevoll angelegt werden wir auf unserem aus-gedehnten Rundgang über die Slawen und ihr Treiben informiert. Die freundliche Dame am Ausgang beantwortet bereitwillig die letzten offenen Fragen. Beispielsweise die nach der Funktionsweise der antiken Außentoiletten, die wir auf unserem Rundgang entdeckt haben. Wir lassen uns belehren, dass diese ausgehöhlten Baumstämme als Unterbau für Bienenstöcke dienen. Ja, und? Wir sind eben Großstädter!

Antike Außentoilette?

Und auch unser Navi hält an diesem Tag noch eine letzte Überraschung für uns bereit. Gefühlmäßig hätten wir den Parkplatz rechts abbiegend verlassen. Aber, da wir ihm für die Rückfahrt „Autobahnen meiden“ vorgegeben hatten siegt trotz gegenteiliger Erfah-rungen unser Vertrauen in die moderne Technik. Ergebnis: nach etwa zwei Kilometern sind wir dort, wo wir einfach vom Parkplatz hätten rechts abbiegen sollen. Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

Dieser anstrengende Reisetag findet seinen würdigen Abschluss bei perfektem Sonnenuntergang auf der Terrasse.

Feierabendstimmung auf Graswarder

 

 

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Es geht wieder los!

Schweden ruft. Fritz kommt frisch aus der Waschanlage und wartet jetzt noch auf die Sommerbereifung. Dann kann es Ende April endlich wieder losgehen!

Wir werden es langsam angehen: Zunächst geht’s für eine Woche nach Graswarder (Heiligenhafen). Dank an Susanne und Holger, die uns Unterschlupf in ihrem Ferienhaus gewähren.

Von Puttgarden (Fehmarn) aus werden wir dann nach Rödby (Dänemark) übersetzen und weiter über die Öresund-Brücke von Kopenhagen Richtung Malmö (Schweden) fahren. Einzig Stockholm ist als Zwischenstopp in Schweden angedacht. Alles weitere wird sich spontan nach Stimmungs- und Wetterlage ergeben. Anfang Juni werden wir zurück sein.

Und wir lesen uns hier Anfang Mai wieder!!

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